Schloßgarde heißen Gardetruppen, welche nicht zum Kampfe, sondern zum Wachtdienste innerhalb der Residenzschlösser und in den zugehörigen Parks bestimmt sind und in der Regel nur bei feierlichen Gelegenheiten in geschlossenen Abteilungen verwendet werden. Die S. ergänzen sich aus zuverlässigen halbinvaliden Unterofsizieren von langer Dienstzeit. In Preußen wurde 30. März 1829 eine Garde-Unteroffizierkompagnie von 70 Mann errichtet, welche ein Flügeladjutant führt und seit 3. Okt. 1861 Schloßgardekompagnie genannt wird. Die über 25 Jahre dienenden Mannschaften dieser S. tragen einen Degen mit Krone (Krongardisten) und die vormals kurhess. Garde-Unteroffizierkompagnie zu Kassel ist ihr zugeteilt worden. In Bayern besteht die Hartschieren-Leibgarde, in Württemberg die Schloßgardekompagnie und in Hessen die Garde-Unteroffizierkompagnie; in Österreich-Ungarn die k. k. erste Arcierengarde (1763 errichtet), die königl. ungar. Leibgarde (1760 errichtet, 1857 aufgelöst, 1867 wiedererrichtet), welche aus Offizieren ergänzt werden, die Trabanten-Leibgarde (von Ferdinand II. errichtet, 1748 aufgelöst, 1767 wiedererrichtet), die Hofburgwache (s. d.) und die ungar. Kronwache (im 18. Jahrh. errichtet, mehrmals aufgelöst, 1861 wiedererrichtet); in Rußland die Palastgarde; in England die Heomen of Queen's Guard und die Gentlemen at Arms (nicht zur Armee gehörig); am päpstl. Hofe die Schweizergarde, die Nobelgarde und die S.; in Spanien die Monteros de Espinosa und die Hellebardiere. Auch die Centgardes (s. d.) und die früher an fast allen Höfen bestehenden Schweizer- und Trabantengarden waren S.