Schu., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Johann Gottlob Schneider (s. d.). Schnaase (Karl), einer der Begründer des wissenschaftlichen Kunststudiums in Deutschland, geb. 7. Sept. 1798 zu Danzig, studierte seit 1816 die Rechte und hörte zu Heidelberg Hegel, dem er nach Berlin folgte. S. war 1819—25 in verschiedenen praktischen Stellungen zu Danzig und Königsberg thätig. Nach der Rückkehr von einer ital. Reise wurde er 1826 Assessor in Königsberg,‚, 1829 Rat bei dem Oberlandesgerichte zu Marienwerder, dann Prokurator an dem Landgericht zu Düsseldorf und veröffentlichte «Niederländ. Briefe v (Stuttg. 1834), in denen sich ein gründliches Studium der Kunst mit histor. Sinne und philos. Anschauung vereinigt. Im J. 1840 trat er mit der trefflichen Einleitung zu Schwanthalers Kreuzzug Friedrichs des Rotbartso hervor. Dann folgte sein Hauptwerk: «Geschichte der bildenden Künste v (7 Bde., Düsseld. 1843 —64; 2. Aufl. unter Mitwirkung von Lützow, Friedrichs, Lübke, Woltmann und Dobbert, 8 Bde., 1865—- 77), in der er sich hauptsächlich die kulturhistor. Begründung der verschiedenen Stile zur Aufgabe gestellt hat. Hinsichtlich der philos. Auffassung der bildenden Künste in ihrer geschichtlichen Entwickelung steht dieses Werk einzig da. Im J. 1848 ging S. als Obertribunalsrat nach Berlin, welche Stelle er 1857 niederlegte. Im Sommer 1867 siedelte er nach Wiesbaden über und starb dort 20. Mai 1875. Seine Büste (in Marmor gearbeitet von Kopf in Rom) wurde 1877 in der Säulenhalle des Neuen Museums in Berlin aufgestellt. Vgl. Lübke, Karl S.v (Stuttg. 1879). Schnabel (Joh. Gottlieb, nicht Ludwig), bekannt unter dem Pseudonym Gisander, deutscher Schriftsteller des 18. Jahrh., von dessen Leben nichts bekannt ist, schrieb eine der besten und gelesensten Robinsonaden (s. u. Robinson Crusoe): „Wunderliche Fata einiger Seefahrer, absonderlich Alberti Julii eines geborenen Sachsens, entworfen von Eberhard Julios (4 Bde., Nordh. 1731—43), die von L. Tieck bearbeitet und herausgegeben wurde (6 Bde., Bresl. 1827). Schnabeldelphin, s. unter Delphin. Schnabelkerfe (Rhynchota), soviel wie Halbflügler (s. d., Hemiptera, Tafel: Insekten IV, Fig. 37—46 und Schädliche Insekten, Fig. 24). Man teilt sie in zwei große Gruppen: Heteroptera (Wanzen, s. d., und daselbst Erklärung von Fig. 37 bis 41) und Homoptera, bei denen die Flügelpaare, wenn solche vorhanden, in der Ruhe wie bei den Schmetterlingen dachförmig anliegen. Zu diesen gehören die Cicadina (Cikaden, s. d.) mit dem bekannten Laternenträger (s. d., Fulgora candelaria, Fig. 42), die gemeine Schaumcikade (s. d., Aphrophora spumaria, Fig. 43), weiter die Pflanzenläuse (Phytophthyres) mit den Blattläusen (s. d.), der Cochenilleschildlaus (Coccus cacti, Fig. 44, a Männchen, b Weibchen) und der Reblaus (. d., Phylloxera vastatrix, Tafel: Schädliche Insekten, Fig. 24). Eine besondere Untergruppe der S. bilden auch die Tierläuse (Parasita) mit der Kopflaus (Pediculus capitis, Fig. 46, s. unter Läuse) und dem Pfauenfederling (Philopterus falcicornis, Fig. 45).