Schmutzer (Jak. Matthias), ausgezeichneter Kupferstecher, Sohn des Kupferstechers Andreas S. (geb. um 1700, gest. 1740), geb. 5. April 1733 zu Wien, genoß an der Akademie daselbst unter Schuppen Unterricht. Matthäus Donner beschäftigte ihn hierauf in allerlei Metallgravierung, und endlich gelangte S. auf dem Umwege der Malerei zur Kupferstecherkunst, in der er nachher so Vortreffliches leistete. Der Fürst Kaunitz ließ ihn 1762 nach Paris reisen. Ein Bild des Fürsten Kaunitz, le gouté flamand nach Terbourg, der Geschirrflicker nach Kraus und die Savoyardin, welche ihren Sohn die Leier spielen lehrt, erwarben ihm hier Beifall und Auszeichnung. Nach seiner Rückkehr nach Wien 1766 ward er Hofkupferstecher, 1768 Direktor der neuen Akademie für Zeichnung und Kupferstechkunst und 1771 Oberdirektor aller erbländischen Normalzeichenschulen. Er starb 2. Dez. 1811 zu Wien. Unter der Menge seiner vortrefflichen Blätter zeichnen sich die Arbeiten nach Rubens aus. Beweise dafür geben sein Mucius Scävola (1775) und sein heil. Ambrosius, der dem Kaiser Theodosius den Zugang zur Kirche verwehrt, die Geburt der Venus (1790) und Neptun und Thetis (1792). Ebenso ausgeeichnet sind zwei andere große Blätter, eine Jagd von Luchsen auf Steinböcke, nach Ruthart (1804), und ein anderes, wo Adler Schlangen und einen Wolf erlegt haben, nach Snyders. Der Grabstichel ist hier meisterhaft geführt, der Reiz malerischer Auffassung mit einer gewissen Großartigkeit vereinigt. Auch mehrere Bildnisse der Kaiserin Maria Theresia, des Fürsten Kaunitz u. a. sind Prachtstücke. Das Verdienstliche seiner Schule erkennt man in den Arbeiten von Kohl, John u. a. wieder.