FeedSchneekoppe (Riesenkoppe)
ErdkundeBrockhaus 1882

Schneekoppe (Riesenkoppe), der höchste Punkt des Riesengebirges (s. d.), 1611 m hoch, gewöhnlich von Schmiedeberg aus bestiegen, ist ein abgestumpfter Granitkegel, der sich etwa 290 m über den Riesenkamm unweit von dessen Ostende erhebt und, mit Gneis- und Glimmerschieferblöcken bedeckt, einem ungeheuern Steinhaufen gleicht. Ihr Gipfel selbst bildet ein kleines Plateau von 55 m Länge und 43 m Breite. Quer über die Gipfelfläche geht die schles.-böhm. Grenze. Nahe derselben, aber ganz auf schles. Gebiet, stand die 1668—81 erbaute und dem heil. Lorenz gewidmete Koppenkapelle, welche 1824 zu einer Herberge für Gebirgswanderer eingerichtet, 1850aber wieder zum Gottesdienst hergestellt wurde, nachdem ein neues, sehr bequemes Wirtschaftsgebäude erbaut worden war. Dieses Koppenhotel (mit Post und Telegraph) wurde nach den Bränden 1852 und 1862 neu aufgebaut, ein zweites Gasthaus liegt auf der böhm. Seite der S. Die Aussicht von dieser Höhe teils in den südlich benachbarten, 650 m tiefen, schroffen Riesen- oder Aupagrund, sowie in den nördlichen ebenfalls steil eingeschnittenen Melzergrund, teils auf die weiten Fluren Schlesiens und Böhmens ist großartig und entzückend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 443Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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