Schönborn, ein altes rheinländ. Geschlecht, welches urkundlich schon im 12. Jahrh. zur unmittelbaren Reichsritterschaft gehörte. Johann Philipp von S., geb. zu Eschbach im Westerwald 1605, wurde 1642 Fürstbischof zu Würzburg und 1647 Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Bei der Krönung des Kaisers Leopold I. 1658 erneuerte er den schon bei der Krönung Ferdinands III. ausgebrochenen Streit mit dem Erzbischof von Köln wegen des Vorrechts der Salbung des neuen Kaisers. Die Stadt Erfurt, die sich bei dem Streite zwischen dem Erzstift Mainz und Kursachsen über die Oberherrlichkeit in derselben ganz frei machen wollte, wurde von ihm unter Beihilfe franz. und lothring. Truppen 1664 durch Kapitulation genommen. Er starb 1673. — Seinen Bruder Philipp Erwin von S. belehnte er mit dem Erbschenkenamt Mainz und dem Erbtruchsessenamt Würzburg; auch überließ er ihm die Reichsherrschaft Reichelsberg. Vom Kaiser wurde derselbe 1663 in den Reichsfreiherrenstand erhoben und auf ihn 1671 die Stimme der erloschenen Familie von Reichelsberg im fränk. Grafenkollegium übertragen. — Des vorigen Sohn, Lothar Franz Freiherr von S., geb. 1655, wurde 1693 Fürstbischof von Würzburg, 1694 Koadjutor und 1695 Erzbischof von Mainz. Er starb 1729. Vgl. Müller, Die sieben letzten Kurfürsten von Mainzy (Mainz 1846). — Im J. 1697 erhob Kaiser Leopold I. die gesamten Mitglieder in den Freiherren⸗ und 1701 in den Reichsgrafenstand. — Friedrich Karl von S., Bischof von Bamberg und von Würzburg, 1729— 46, wurde der deutsche Fleury genannt. Er stellte ein starkes Reichskontingent gegen Frankreich und gegen die Türken, blieb aber neutral im Ssterreichischen Erbfolgekriege. — Im J. 1717 teilte sich das Haus durch die Grafen Rudolf und Anselm in die Rudolfinische und Anselmische Linie. Ersterer erwarb durch Verheiratung mit einer Gräfin Hatzfeld die Herrschaft Wiesentheid in Franken. Die Anselmische Linie starb 1801 aus. Hierauf überließ 1802 der Graf Hugo Damian von der Rudolfinischen Linie seine Besitzungen seinen beiden ältesten Söhnen, und so entstanden die bei⸗ i den Linien S.⸗Wiesentheid und S.⸗Buchheim. Als später der dritte Sohn aus dem geistlichen in den weltlichen Stand zurücktrat, gab ihm der Vater, mit Einwilligung der ältern Brüder, die böhm. Güter, und so entstand ein jüngster oder böhmischer Ast. Standesherr von S.⸗Wiesentheid ist der Graf Arthur, geb. 30. Jan. 1846. An der Spitze der Linie S.⸗Buchheim steht der Graf Erwin, geb. 7. Nov. 1842, Erbobergespan des Beregher Komitats und Oberst-Erblandtruchseß des Erzherzogtums Ssterreich. Das Haupt des böhm. Astes ist Graf Karl, geb. 10. April 1840, erblicher österr. Reichsrat.