FeedSchöppenstedt oder Scheppenstedt
GeschichteBrockhaus 1882

Schöppenstedt oder Scheppenstedt, Städtchen im Kreise Wolfenbüttel des Herzogtums Braunschweig, am Ockerzuflüßchen Altenau, 18 Em östlich von Wolfenbüttel gelegen, Station der Linie Oschersleben-Vechelde der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat eine Bürgerschule und zählt (1885) 3377 E., die sich mit Landwirtschaft und Zuckerrübenbau beschäftigen, auch zwei Zuckerfabriken, zwei Spiritusfabriken und drei Dampfziegeleien unterhalten. Den Marktplatz ziert ein 1878 vollendetes Kriegerdenkmal. Der Ort S. ist sehr alt und war einst der Sitz eines Schöppenstuhls. Vormals standen die Einwohner, wie die Bürger von Schilda in Obersachsen und Polkwitz in Schlesien, im Rufe der Einfalt und Geistesbeschränktheit. Nur 4 km im Norden liegt das Dorf Kneitlin gen, nach der Volkssage Geburtsort des Till Eulenspiegel (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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