Schoreel oder Schorel (Jan van), trefflicher niederländ. Maler, geb. 1. Aug. 1495, erhielt seinen Namen von seinem Geburtsorte Schoorl bei Alkmar und wurde im Malen von Willem Cornelis in Harlem vorgebildet. In seinem 18. Jahre kam S. nach Amsterdam in die Werkstätte des Jak. Cornelis, eines der berühmtesten Maler und Holzschneider jener Zeit. Das wüste Leben seines spätern Meisters Mabuse vertrug sich indessen nicht mit dem frommen Sinne des jungen S., und so wanderte er nach und nach in mehrere große Städte, wo Maler einen Ruf hatten, nach Köln und Speier, wo er Baukunst und Perspektive studierte, auch nach Nürnberg zu Dürer, der ihn sehr freundlich aufnahm. Später gelangte S., 22 J. alt, nach Kärnten, wo er den herrlichen Altar in der Kirche von Obervillach malte. Er zog 1520 nach Venedig und nahm an einer Wallfahrt nach Palästina teil. Drei Jahre blieb er in Jerusalem, und vielleicht ist von ihm das große Gemälde in der Kirche daselbst an der Stätte, wo Christus geboren worden sein soll. Dann kehrte er über Rom in die Heimat zurück und fand an dem Dechanten Lockhorst in Utrecht einen Gönner und Freund, in dessen Hause er lebte und für den er manches treffliche Stück, z. B. den Einzug Christi in Jerusalem, malte. Als nach einigen Jahren in Utrecht Unruhen ausbrachen, ging S. nach Harlem, wo er sich eine Werkstätte einrichtete. Für die Marienkirche in Utrecht malte er ein großes, auf vier Flügelthüren ausgeführtes Altargemälde, welches Philipp II. 1549 der Kirche abkaufte und mit nach Spanien nahm. S. starb 6. Dez. 1569. Die Geschichte S.s ist vielfach von Sagen und Anekdoten verdunkelt, auch werden zahlreiche der ihm zugeschriebenen Werke jetzt als Arbeiten des sog. Meisters vom Tode der Maria betrachtet.