FeedSchotel (Johs. Christian)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schotel (Johs. Christian), einer der berühmtesten holländ. Seemaler, geb. 11. Nov⸗ 1787 zu Dordrecht, widmete sich von 1810 an, zuerst unter Meulemans, dann unter M. Schoumans der Malerei. Mit Schoumans malte er den Rückzug der Franzosen von Dordrecht 1814 und die Beschießung von Algier durch die Engländer 1816. Seit 1818 sing er an selbständig in Ol zu malen. Von Dordrecht wendete sich S. später nach dem Haag, wo er 22. Dez. 1838 starb. In seinem Nachlaß fand man, außer 9 Skizzenbüchern, 400 Entwürfe zu ausgeführten Bildern. Als Seemaler übertraf er nicht nur alle seine Zeitgenossen, sondern er kann mit Recht den ersten Meistern in diesem Fache gleichgestellt werden. Seine vorzüglichsten Bilder finden sich in dem Museum im Haag, in den Sammlungen des Kaisers von Rußland und in Privatsammlungen im Haag, Amsterdam, Dordrecht und Brüssel. Im Dom seiner Vaterstadt wurde ihm 1840 ein Monument gesetzt. Vgl. seines Sohnes G. D. J. Schotel Leven van den Zeeschilder Johannes Christianus 8.v (Dordrecht 1840). Ein zweiter Sohn, Peter Johannes S., geb. 17. Aug. 1808 zu Dordrecht, ebenfalls ein ausgezeichneter Seemaler, machte seine Studien unter Leitung des Vaters und begleitete 1843 den Prinzen Heinrich der Niederlande nach dem Mittelmeer. Diese und andere Reisen gaben seinem fruchtbaren Pinsel die Motive zu naturwahren und anziehenden Marinebildern. Eine Zeit lang bekleidete er die Stelle eines Professors an der Navigationsschule zu Medemblyck an der Zuydersee, ließ sich aber später in Düsseldorf nieder und starb auf einer Reise in Dresden 22. Juli 1865.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 474Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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