FeedSegers oder Seghers (Daniel)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Segers oder Seghers (Daniel), ein ausgezeichneter niederländ. Blumen⸗ und Fruchtmaler geb. zu Antwerpen 5. Dez. 1590, lernte bei Joh. Breughel, dem sog. Samt-Breughel, trat 1614 in den Jesuitenorden und zierte mehrere Kirchen desselben mit Landschaften und Staffage aus dem Leben der Heiligen seines Ordens. Nachmals bekam er die Erlaubnis, nach Rom zu reisen, wo er sich Hfrig der Kunst widmete. Nach seiner Rückkehr ins Daterland erwarb er sich bald bedeutenden Ruf Die Blumen in seinem Garten mit ihren Insekten waren die Modelle seiner in manchen Beziehungen van Dyck, Quellinus, Corn. Schut u. a. Historienmaler seines Vaterlandes veranlaßten ihn sehr oft, ihre heiligen Bilder mit Guirlandeneinfassungen, Blumenbouquets u. s. w. zu schmücken. Er starb zu Antwerpen 2. Nov. 1661. Unter seinen Schülern war Ottmar Elliger der ausgezeichnetste. Gemälde von ihm finden sich in den Museen seines Vaterlandes, im Belvedere zu Wien, im berliner Museum, in der Pinakothek zu München und in der Galerie zu Dresden. Sein Bruder, Geraart S., dessen Hauptfach die geistlich-histor. Malerei war, wurde zu Antwerpen 1591 geboren und lernte bei Heinr. van Baalen und Abr. Janssens. Auch er ging jung nach Rom (1610) und ahmte die Manier des Michel Angelo da Caravaggio, Manfredis und Cigolis in ihren dunkel gehaltenen Bildern mit Lichteffekten nach. Von da ging er nach Spanien, wo er am Hofe arbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen lebte er mit Rubens und van Dyck in freundschaftlichem Verhältnis, dessen Manier er mit seiner bisherigen Manier geschickt zu verschmelzen wußte. Später hielt er sich auch einige Zeit in England auf. Er starb zu Antwerpen 18. März 1651. Gemälde von ihm finden sich auch außerhalb seines Vaterlandes in der Galerie des Belvedere zu Wien und im Museum des Louvre in Paris;: selten sind Zeichnungen von ihm und noch seltener die von ihm selbst auf Kupfer geätzten Blätter, wie Diogenes, die heil. Katharina und das Porträt des moskowitischen Fürsten Godefridus Chodkiewicz. Gestochen nach ihm haben P. Pontius, die Vorsterman, die Bolswert, Lauwers u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 658Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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