Tiepölo (Giovanni Battista), Freskomaler, geb. zu Venedig 5. März 1693, einer der letzten Vertreter der großartigen Wandmalerei des Barockstils, von ungewöhnlicher Kraft und seltener Fülle der Erfindung und Phantasie. Bei Gregorio Lazzarini studierte er zuerst die Werke des Piazzetta, wendete sich dann aber immer mehr dem Veronese zu. Er war unübertroffen in virtuoser Handhabung der Freskotechnik und durch die glänzenden Lichteffekte und üppigen Darstellungen seiner reichen Fresken ausgezeichnet. Zuerst malte er viel in seiner Vaterstadt und auf dem Festlande Venetiens, wurde dann aber von dem kunstsinnigen Bischof Grafen Schönborn nach Würzburg berufen, wo er 1750—53 das Schloß mit kolossalen Fresken schmückte. Im J. 1760 oder 1763 nahm er einen Ruf nach Madrid an, wo er abermals eine große Thätigkeit entwickelte und am 25. März 1769 starb. Zu seinen schönsten Werken gehört der große Saal des Palastes Labbia in Venedig. Olbilder seiner Hand kommen nicht häufig vor, eins der geistreichsten und poetischsten besitzt die kaiserl. Sammlung in Wien: St. Katharina von Siena. Auch die Radierungen des Künstlers sind voll Originalität, Leben und Geist. Seine Söhne, Domenico und Lorenzo, haben gleichfalls Namen, ersterer als Radierer, letzterer, der aber auch in Padua und andern Orten thätig war, als Gehilfe des Vaters in Spanien.