Schraubzwinge, Schraubenzwinge, Leimzwinge (frz. Presse à main, serre-joints; engl. hold-fast, screw-clamp), ein Werkzeug der Tischler, hauptsächlich zum Zusammenhalten höhzerner Arbeitsstücke beim Leimen, bestehend aus drei rechtwinkelig verbundenen Holzstücken oder einem aus dem Ganzen hufeisenförmig gebogenen Metall- oder Holzstück mit einer durch einen Arm gehenden Schraube, welche, angezogen, das Arbeitsstück kräftig festhält. (gl. Zwinge.) Große S. werden als raub- oder Leimknechte bezeichnet. chraudolph (Joh.), Historienmaler, geb. zu Oberstdorf im Algäu 13. Juni 1808, lernte in seiner Jugend das Schreinerhandwerk, bezog aber 1825 die Kunstakademie zu München. Unter Schlotthauers Leitung bildete er sich weiter aus, übte sich unter Cornelius in der Glyptothek in der Freskomalerei und half dem Maler H. Heß bei den Fresken in der Allerheiligenhofkapelle und der Bonifacius-Basilika zu München. In der letztern gab er bereits einige eigene Kompositionen. Neben Fischer und Röckel lieferte er dann die Kartons zu den Glasgemälden der Pfarrkirche in der Auvorstadt und für den Dom zu Regensburg. König Ludwig I. betraute ihn 1844 mit der großartigen Aufgabe, den Dom zu Speier vollständig auszumalen. Der Künstler begab sich zunächst nach Italien, kehrte im folgenden Jahre mit den Entwürfen zurück und machte sich an die Arbeit dieser Ausmalung, welche 1853 vollendet wurde. Es sind Reihen von Scenen aus dem Alten und Neuen Testament, die durch viele architektonische Abs chnitte in Gruppen und Felder eingeteilt werden, wobei sich S. verständnisvoll an die Architektur des Domes angeschlossen hat. Die Steinigung des Stephanus aus diesem Cyklus hat Burger gestochen, die photographische Aufnahme des Ganzen nach den in Speier aufbewahrten Kartons hat Albert in München unternommen. Tiefe und Zartheit der religiösen Empfindung, Einfachheit und Ernst der Behandlung bildet auch den Charakter von S.s Olgemälden, deren er viele für Hochaltäre gemalt hat. In der Neuen Pinakothek zu München sieht man von ihm die Himmelfahrt Christi in großem Maßstabe; ebenso die Geburt Christi im Maximilianeum daselbst. Ferner sind zu nennen: Erweckung der Tochter des Jairus, ein Freskobild in den münchener Friedhofarkaden, die Himmelfahrt Marias für eine syr. Kirche, Esther vor Ahasver und Fischfang am See Tiberias in der Neuen Pinakothek. S. starb 31. Mai 1879 in München. Claudius S., Bruder des vorigen, geb. zu Oberstdorf 1813, bildete sich bei Heß zu München, sowie in Italien, half dann bei Muslthe in Munr in der Allerheiligenkirche und der Basilika in München, arbeitete 1840—43 an der Ausschmückung der Residenz in Athen und war später ein Jahr seinem Bruder bei der Ausmalung des Doms zu Speier behilflich. In Oberstdorf malte er in der Wallfahrtskapelle Loreto ein Deckengemälde, die Himmelfahrt Mariä, und in der Josephskapelle eine heilige Familie.