Schröder (Antoinette Sophie), geborene Bürger, eine der ausgezeichnetsten deutschen tragischen Schauspielerinnen, die Mutter der berühmten dramatischen Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, geb. 23. Febr. 1781 in Paderborn, war die Tochter des Schauspielers Bürh dessen Witwe sich nachher mit dem rühmich bekannten Schauspieler Keilholz verheiratete. Als ihre Mutter 1793 bei der Tyllischen Gesellschaft in Petersburg engagiert worden, begann dort Sophie in der Dittersdorfschen Oper Das rote Käppcheno als Lina ihre theatralische Laufbahn. In Reval heiratete sie 1795 den Direktor der dortigen deutschen Bühne, Stollmers (eigentlich Smets), mit dem sie 1798 auf Kotzebues Empfehlung an das wiener Hoftheater kam. Sie spielte damals noch ausschließend naive Rollen. Schon nach einem Jahre ging sie nach Breslau, wo sie vorzugsweise fur die Oper engagiert wurde. Ihre Ehe mit Stollmers, welcher die Bühne verließ und wieder in die früher von ihm verlassene juridisch-diplomatische Laufbahn zurücktrat, ward hier getrennt. Unter vorteilhaften Bedingungen 1801 nach Hamburg berufen, betrat hier Sophie die Bahn, auf welcher sie bald als ein Stern erster Größe glänzte, indem sie das naive Rollenfach mit dem tragischen wechselte. Sie heiratete 1804 den Tenoristen Friedr. Schröder und lebte in Hamburg, bis sie 1813 die Kriegsereignisse bestimmten, diese Stadt heimlich zu verlassen, da der Marschall Davoust sie in das Innere Frankreichs bringen lassen wollte, wegen der patriotischen Gesinnung, welche sie bei Hamburgs Besetzung durch den General Tettenborn auf der Bühne hatte laut werden lassen. Sie machte eine glänzende Kunstreise, spielte dann anderthalb Jahre in Prag und folgte 1815 einem Rufe an das wiener Hoftheater. Nach dem Tode ihres zweiten Gatten (Schröder) 1818 heiratete sie 1825 den Schauspieler Kunst, von dem sie sich aber bald wieder trennte. Im J. 1829 schied sie vom wiener Hoftheater aus und machte Kunstreisen, bis sie 1831 Mitglied des münchener Hoftheaters wurde. Im Frühjahr 1836 folgte sie abermals einem Rufe an das wiener Hoftheater. Nachdem sie 1840 in Wien pensioniert geworden, lebte sie seitdem meist in Augsburg. Sie starb zu München 25. Febr. 1868. Ihre bedeutendsten Rollen waren Phädra, Medea, Lady Macbeth, Merope, Sappho, Johanna von Montfaucon und Isabella in der Braut von Messinav. Sie besaß ein gewaltiges und doch wohlklingendes Organ, ein wirksames Auge und ein * zu großer Sicherheit entwickeltes Talent. Vgl. (P. Schmidt,) „Sophie S.» (Wien 1870). Im Nov. 1869 wurde ein von Zumbusch gefertigtes Denkmal auf ihrem Grabe enthüllt.