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GeschichteBrockhaus 1882

Trubezkoj, russ. Fürstengeschlecht, stammt von Olgerd, dem vierten Sohn des Großfürsten Gedymin von Litauen, ab und hat seinen Namen von der Stadt Trubezk (ietzt Trubtschewsk) im Gouvernement Tschernigow. Fürst Fedor Michajlowitsch T. begleitete 1571 Iwan IV. nach Nowgorod und nahm an den Feldzügen in Estland, Livland und Finland teil; er starb 1601. Fürst Dmitrij Timefojewitsch T. war anfangs Anhänger des falschen Demetrius, schloß sich nach dessen Ermordung der Partei Ljapunows an und nahm an der Belagerung von Moskau teil. Im J. 1625 wurde er Wojwode von Tobolsk und starb daselbst 1626. — Ein Verwandter von ihm, Alerxei Nikititsch T., schloß 1659 mit Chmelnitzkij den Vertrag von Perejaslawl ab, kraft dessen sich die Kosaken Rußland ergaben; er starb 1663. Fürst IJwan Jurjewitsch T., geb. 1667, geriet 1700 in der Schlacht von Narwa in schwed. Gefangenschaft, aus der er erst 1717 befreit wurde; er starb 1750 als russ. Feldmarschall. Sein Bruder, Fürst Nikita Jurjewitsch T., geb. 1700, gest. 1767, war unter Kaiserin Anna Generalkriegskommissar, später gleichfalls Feldmarschall. Auch war er ein Mäcen der Litteratur und selbst litterarisch thätig. Er starb 1767. Fürst Wassilij Sergejewitsch T., geb. 1776, that sich in den Feldzügen gegen Türken und Franzosen hervor, wurde 1813 nach der Schlacht von Leipzig Generallieutenant und 1826 General der Kavallerie, ging 1830 in außerordentlicher Mission nach England, erhielt hierauf einen Sitz im Reichsrate und starb 1841; seine Schwester Sophie T. heiratete den Grafen Morny und nach dessen Tode den span. Granden Herzog von Sesto. Fürst Sergei T., Oberst bei der kaiserl. Garde, war eins der Häupter der Verschwörung von 1825. Er wurde zum Tode verurteilt, dann aber lebenslänglich nach Sibirien verbannt. Vom Kaiser Alexrander II. begnadigt, starb T. 1861 in Moskau. Fürit Peter T. zeichnete sich in der Schlacht von Kulewtscha und 1831 in Polen durch Tapferkeit aus, wurde nacheinander Militärgouverneur von Smolensk und Orel und 1844 Generallieutenant. Er lebte dann als Mitglied des Dirigierenden Senats in Petersburg und starb daselbst 1869.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 871Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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