FeedSchumann (Klara)
MusikBrockhaus 1882

Schumann (Klara), Gattin des vorigen, Tochter des Musiklehrers Friedr. Wieck, eine der ausgezeichnetsten Pianofortespielerinnen unserer Zeit, geb. 13. Sept. 1819 zu Leipzig, genoß, wie später ihre Schwester Marie, im Pianofortespiel den Unterricht ihres Vaters. Schon im frühen Alter unternahm sie Kunstreisen und erlangte einen großen Ruf. Nach ihrer Verheiratung (1840) waren es vorzugsweise die Werke ihres Gatten, welche sie neben denen Beethovens, Chopins und Mendelssohn-Bartholdys öffentlich vortrug. War früher ihr Spiel das virtuosenmäßige, elegante, fein abgemessene und berechnete der ältern Schule, so zeichnete sie sich später namentlich durch das Geist- und Seelenvolle ihres Vortrags aus. Besondere Verdienste hat sie sich dadurch erworben, daß sie in Deutschland zuerst Chopins Werke öffentlich spielte. Nach dem Tode ihres Gatten brachte sie noch einige Jahre in Düsseldorf zu, lebte abwechselnd in Baden-Baden und in Berlin und wurde 1878 an das Hochsche Konservatorium nach Frankfurt a. M. berufen. Auf vielfachen Kunstreisen mit Joachim, Stockhausen u. a. bewährte sie stets ihre Meisterschaft. Als Komponistin ist sie mit verschiedenen Klaviersachen, darunter ein Konzert, ein Trio, Präludien und Fugen, und mit Liedern aufgetreten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 524Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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