Schütz (Christian Gottfr.), verdienter Philolog, geb. 19. Mai 1747 zu Dederstedt (im Mansfeldischen), besuchte die Lateinschule und die Universität zu Halle, kam 1768 als Lehrer der Mathematik an die Ritterakademie zu Brandenburg, war aber kaum ein Jahr von Halle abwesend, als ihm das Inspektorat des theol. Seminars daselbst übertragen wurde. Nachdem er 1773 eine außerord. und 1777 eine ord. Professur zu Halle erhalten, ging er 1779 als Professor der Poesie und Beredsamkeit nach Jena, wo er besonders über Litteraturgeschichte mit größtem Beifall las und mit Wieland, der sich aber bald wieder lossagte, und Bertuch 1785 die Allgemeine Litteraturzeitunge gründete. Im J. 1804 ging er wieder nach Halle, wo er 1807 die Direktion des philol. Seminars übernahm und mit Ersch die Hallesche Litteraturzeitungo fortsetzte, deren oberste Redaction er bis an seinen Tod, 7. Mai 1832, beibehielt. S. hat teils durch seine Schriften, teils durch seine anregenden Vorträge einer geistvollern Behandlung der Altertumswissenschaft vorgearbeitet. Er schrieb: «über Lessings Genie und Schrifteny (Halle 1782) und gab den Äschylus, Cicero und Aristophanes heraus. Das grammatische Studium suchte er durch den verbesserten Auszug aus Hoogeveens Doctrina particularum Graecarumo (Dess. u. Lpz. 1782; 2. Aufl., Lpz. 1806) und durch ein eigenes, aber unbeendigtes Werk HDoctrina particularum Latinae linguaen (Dess. u. Lpz. 1784) zu fördern. Seine Programme und Abhandlungen erschienen gesammelt als «Opuscula philologica et philosophicay (Halle 1830). Das von seinem Sohne herausgegebene Werk «Christian Gottfried S., Darstellung seines Lebens, Charakters und Verdiensteso (2 Bde., Halle 1834) enthält nur den Briefwechsel. Friedrich Karl Julius S., Sohn des vorigen, geb. zu Halle 31. Mai 1779, studierte zu Jena, habilitierte sich 1801 in Halle, wurde hier 1804 außerord. Professor der Philosophie und behielt diese Stellung bis zur Aufhebung der Universität, 1806. Im J. 1811 verheiratete er sich mit der Schauspielerin Händel, die sich nachher Händel-Schütz (s. d.) nannte, machte mit dieser große Kunstreisen und trat auch selbst auf, wendete sich jedoch 1818 mit seiner Gattin wieder nach Halle, wo er von neuem als Professor der Philosophie angestellt wurde. Später legte er seine Professur nieder, ging nach Hamburg und ließ sich von seiner Gattin scheiden. Dann lebte er eine Zeit lang in Leipzig, wo er 4. Sept. 1844 starb. Er schrieb einige geschichtliche Werke und „Goethes Philosophier (7 Bde., Hamb. 1825—27).