Schwann (Theod.), namhafter Naturforscher, Begründer der Zellentheorie, geb. 7. Dez. 1810 zu Neuß am Rhein, widmete sich seit 1829 zu Bonn, Würzburg und Berlin dem Studium der Philosophie und Medizin und war 1834—39 Assistent von Johannes Müller. In dieser Stellung entdeckte er das im Magensaft wirksame Ferment, das Pepsin, und veröffentlichte zahlreiche wichtige Untersuchungen über künstliche Verdauung, über die doppelsinnige Leitung der Nerven, über das Gesetz der Muskelzusammenziehung, über die Existenz besonderer Wandungen in den Capillargefäßen, über Urzeugung, über die Fäulnis⸗ und Gärungserscheinungen u. a. Geradezu epochemachend waren seine Mikroskopischen Untersuchungen über die Übereinstimmung in der Struktur und dem Wachstum der Tiere und der Pflanzen » (Berl. 1839), in welcher er den Nachweis führte und wissenschaftlich begründete, daß Tiere wie Pflanzen aus denselben Elementarorganismen, den Zellen (s. d.), bestehen und daß die Zellenbildung das gemeinsame Entwickelungsprinzip für Entstehung und Wachstum der Tiere und Pflanzen sei. Mit diesem Nachweis war die bis dahin bestehende Schranke zwischen Tier und Pflanze hinweggeräumt und ein mächtiger Anstoß für die weitere Entwickelung der mikroskopischen Forschung wie der modernen Naturforschung überhaupt gegeben. Im J. 1838 wurde S. als ord. Professor der allgemeinen und beschreibenden Anatomie nach Löwen, 1848 in gleicher Stellung nach Lüttich berufen, woselbst er 1858 auch noch den Lehrstuhl der Physiologie übernahm. Er starb 14. Jan. 1882 zu Köln a. Rh. Außer verschiedenen Journalaufsätzen veröffentlichte er noch: (Traité d'anatomie du corps humaino (2 Bde., in der brüsseler Encyclopédie populaire).