Seerecht (s. d.) bilden. Dazu gehört unter anderm die Kaperei. (S. Kaper.) Seekriegsspiel heißt eine militärisch nautische Vorübung für den wirklichen Seekrieg. Es werden dafür ganze Flotten, Schiffsabteilungen, resp. einzelne Schiffe durch entsprechende kleine Modelle dargestellt und unter Berücksichtigung wirklich möglicher Bewegungen gegeneinander geführt unter Befehl verschiedener Offiziere, ohne daß jedoch die feindlichen Parteien von den gegenseitigen Plänen Kenntnis haben. Da aber die Einführung des Dampfes die früher durch den Wind eingeschränkten Bewegungen der Kriegsschiffe ungemein erweitert hat und sie eigentlich unberechenbar sind, hat das Seekriegsspiel für die praktische Kriegführung nur einen sehr bedingten Wert und richtige Schlüsse für die Seetaktik (l. d.) sind daraus kaum zu ziehen. Seekuh, soviel wie Lamantin. Seekuh, Stellersche, s. Borkentier. Seel (Adolf), Architektur⸗ und Genremaler, geb. zu Wiesbaden 1. März 1829, war 1844 —50 Schüler der Akademie in Düsseldorf, wo Professor Karl Sohn besondern Einfluß auf ihn hatte. In Paris setzte S. seine Studien fort, wo er ein Jahr verweilte. Am wichtigsten wurden für seinen Entwickelungsgang einige längere Reisen, so nach Italien (1864—65), nach Spanien (1870—71), Agypten, Palästina und Konstantinopel (1873—74). Seitdem lebt er in Düsseldorf. Der Orient liefert ihm die meisten Stoffe, die er mit Geschmack zu behandeln weiß. Werke seiner Hand, welche sowohl als Slgemälde wie als Aquarelle geschaffen wurden, besitzen die berliner Nationalgalerie, diejenige von Düsseldorf, die Sammlungen in Braunschweig, Wiesbaden, Hannover. Bei Beschickung der wiener Weltausstellung 1873 erhielt S. die große, in Berlin die kleine goldene Medaille. Ein schönes Aquarell, einen arab. Hof darstellend, befand sich auf der ersten Internationalen Ausstellung in Wien 1882. Seeland (dän. Själland), die größte und wichtigste Insel des Königreichs Dänemark, zwischen dem Kattegat und der Ostsee gelegen, durch den Sund von Schweden und durch den Großen Belt von Fünen getrennt, von Norden gegen Süden 131 kmelang, 108 km breit, zählt auf 7114 (mit Einschluß von 13 umherliegenden Eilanden, die zusammen nur 165 qkm umfassen) nach dem Census von 1880 eine Bevölkerung von 721 703 E., wovon 234.850 auf die Hauptstadt Kopenhagen und 58 665 auf die übrigen 18 Städte entfallen. Die Insel hat durch mehr oder weniger tief eindringende Buchten und Fjorde eine bedeutende Gliederung. Es treten vier bis fünf größere Halbinseln hervor, drei im Norden durch den großen Isefjord, den Roeskildefjord und den Sund gebildet, eine im Süden, gegenüber von Möen, und ein Ansatz im Osten mit der Landspitze Stevnsklint zwischen der Prästö⸗ und der Kiögebucht. Der höchste Teil der Insel ist der Thybjergsprengel, wo der Overdrevsbakken bei Vesteregede 125 m, Dysted-Banke 121 m und Veierhöien 120 m Höhe erreichen. Von da senkt sich das Land nach Süden, aber es behält doch bei Vordingborg im Kulsbjerget eine Höhe von 113 m. Nach Osten geht es in die große flache Ebene von Steyn (Stevn-Hed) über, in deren westl. Teil der isolierte Faxökalkhügel 77 m aufragt. Stevnsklint, des hohen Ufers erhabenster Punkt, ist 38 mhoch, eine Landmarke der Seefahrer. Die thybjerger Hochebene setzt sich auch gegen Nordwesten fort. Dort ist der Hashöi bei Slotsbergby 94 m hoch; der südlichste Punkt ist der Klöveshdi, 101 m; die nördlichsten sind der Mörkemosebjerg, 107 m, und der Knösen, 97 m. Auch der nordöstl., durch eine flache Heide abgetrennte Teil der Insel ist sehr hügelig. Es erhebt sich hier der Schanzbakken bei Frederiksborg 78 m, und der Maglehöi bei Frederiksvärk 69 m hoch. Im Nordwesten, wo der Odssprengel abgeht, liegt ein Höhenzug, der sich in der Wetterhöhe 122 m erhebt. Eine wirkliche Ebene ist die sog. Heide, die im Norden von Roeskilde beginnt und bis Kopenhagen und Kjöge nach Kallebod-Strand und Amager zieht, eine platte, waldlose Fläche, aber sehr fruchtbar. Ihr ähnlich ist die Ebene im Stevnssprengel. Als Grundlage der Insel ist ein Kreide⸗ und Kalklager zu betrachten, das an verschiedenen Punkten, namentlich an der Ostküste im Stevnsklint zu Tage tritt. Im Nordwesten findet sich die Braunkohlenformation, der Geschiebethon fast überall vor. Seine Strecken, größtenteils aus wellenförmigen Hügeln bestehend, sind ungemein reich an Naturschönheiten, und an Fastüberall! stehen sie nur den Marschen nach. ast überall tragen sie zerstreut liegende Holzungen,‚ in denen besonders die Buche herrlich gedeiht und neben dieser auch die Eiche. Im ganzen ist S. ein fruchtbares Kornland und hat treffliche Rindvieh- und Pferdezucht. Von den Flüssen ist die 82 km lange Suus-Aa im Südwesten der größte, teils Intered für Prahmen und Boote, teils kanalisiert. nter den zahlreichen Seen sind zu nennen: der Tiissee (21 ꝗkm), im Nordosten der Furesee (14km), der Arresee (41 àkm) und der Esromsee (18 qkm). Alle Gewässer sind fischreich. Um die Suus-Aa durch den gegen 3 m hoch liegenden Bavelsesee zu vertiefen, wurde 1812 der Danneskjöldkanal (22 Km) angelegt, der hauptsächlich dazu dient, Kopenhagen aus waldreichen Gegenden Brennholz zuzuführen. Der 1805 angelegte Esromkanal geht von dem Esromsee aus. Der Frederiksvärkkanal, 1716 zur Verhütung der überschwemmungen des Arresees angelegt, treibt die wichtigen Fabriken von Frederiksvärk. Eine Eisenbahn durchzieht die ganze Insel von Helsingör über Kopenhagen und Roeskilde nach Korsör, woran sich die Bahnen Kopenhagen-Klampenborg, Roeskilde-Masnesund, Roeskilde-Kallundborg u. a. anschließen. Das dän. Inselstift Seeland umfaßt außer der Insel S. und deren Eilande auch die Inseln Möen und Bornholm, zählt auf 7927 qkm (1880) 757067 E. und zerfällt in die sechs Amter Kopenhagen, Frederiksborg, Holbäk, Sorö, Prästö und Bornholm. Es gehören zu diesem Stift, dessen Bischof Primas des Reichs ist, außerdem die Färöer und Grönland.