Sepiazeichnungen sind eine Erfindung des Malers Jakob Crescenz Seydelmann (s. d.), der zuerst während seines Aufenthalts in Italien um 1780 auf den Gedanken kam, sich des braunen Safts der Sepia (s. d.), den er mit Bister mischte, zu seinen Zeichnungen zu bedienen, die ihm sehr bald einen ausgezeichneten Ruf erwarben. Es werden dazu die Gattungen Sepia officinalis und Loligo vulgaris verwendet, deren eirunder Körper Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. den tintenähnlichen Saft enthält. Der Saft wird mit Atzkalilauge und Gummi bereitet. Bis zu Anfang des 19. Jahrh., wo der Landschafter K. D. Friedrich Treffliches in dieser Technik leistete, war sie bei Künstlern und Dilettanten beliebt, unter den jetzigen Malern kommt sie als Spezialität kaum noch in Anwendung.