FeedSepia oder Kuttelfisch (Sepia)
TierreichBrockhaus 1882

Sepia oder Kuttelfisch (Sepia), eine Gattung der Weichtiere aus der zu den Kopffüßern gehörenden Familie der Tintenfische. Der Körper ist sackförmig, elliptisch, die Seiten entlang und hinten herum mit einem schmalen Hautsaum eingefaßt, weich, nur durch eine innere Kalkplatte des Rückens (Rückenschulpe) gestützt. Der Kopf hat zwei große Augen, zwei einem Papageienschnabel ähnliche Kiefer, acht kleinere und zwei große, in Scheiden zurückziehbare Fangarme, welche mit gezähnelten Hornringen versehene Saugnäpfe tragen. Die gemeine oder gebräuchliche Sepia oder Tintenfisch (S. officinalis, Tafel: Mollusken, Fig. 3), welche in allen europ. Meeren lebt, wird 40 — 50 em groß und ist obenher auf rötlichem Grunde mit weißlichen Linien durchzogen, unten mehr weißlich und rot punktiert; die zwei längern Fangarme sind dem Körper gleichlang und nur an der verbreiterten Spitze mit Saugnäpfen besetzt. Die Eier, welche in großer Zahl traubenförmig zusammenhängen und oft an den Strand geworfen werden, sind unter dem Namen Seetrauben bekannt. Der Tintenbeutel enthält einen braunen Saft, welcher, ausgespritzt, das Wasser verdunkelt und dadurch dem verfolgten Tiere das Entkommen erleichtert und die unter dem Namen S. bekannte braune Malerfarbe liefert, die aber nur an wenigen Orten Italiens echt bereitet, sonst meistens auf künstliche Weise nachgeahmt wird. Die kalkige Rückenschulpe (Os Sepiae, Weißes Fischbein) wurde sonst als Arzneimittel angewendet, wird aber jetzt nur noch für technische Zwecke, zum Polieren, sowie als Bestandteil mancher Zahnpulver benutzt. Das Fleisch ist saftlos, zähe, riecht einigermaßen moschusartig und wird nur von der ärmern Volksklasse gegessen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 705Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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