Separatisten heißen diejenigen, welche sich wegen abweichender Lehren oder Gebräuche von dem öffentlichen Gottesdienst absondern. In neuerer Zeit ist der Separatismus meist nur Folge vietistischer Neigungen gewesen, so namentlich in den Rheinlanden, Württemberg, der Schweiz. Ein Teil dieser pietistischen S. ging zu vollständiger Sektenstiftung fort; ein anderer Teil begnügte sich, ohne förmliche Trennung in abgesonderten Konventikeln Erbauung zu suchen. Anderer Art ist der luth. Separatismus in Altpreußen, welcher im Gegensatz zu der landeskirchlichen Union das altluth. Kirchentum aufrecht erhalten wollte. (S. Lutheraner.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 705Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei