FeedSeruf oder Sernft
ErdkundeBrockhaus 1882

Seruf oder Sernft, rechter Zufluß der Linth im schweiz. Kanton Glarus, entspringt mit zwei Hauptquellen, die sich w1200 m über dem Meere, 4 km südwestlich von Elm vereinigen, am Kärpfstock (2797 m) und am Panixerpaß, durchfließt zuerst in nordöstl., dann in nördl., endlich in westl. Richtung das Sernf⸗ oder Kleinthal und mündet nach 18 km langem Lauf bei Schwanden 516 m über dem Meere, 5 km südlich von Glarus. Der S. ist ein wildes gefährliches Bergwasser, weder schiffbar, noch flößbar; nach dem Bergsturz von 1881 mußte ihm bei Elm teilweise ein neues Bett durch das Trümmerfeld gegraben werden. Das Sernfthal ist in seinen obern Stufen, in denen die Dörfer Elm (982 m), Matt (826 m) und Engi liegen, ein schönes, von 2400 bis 3200 m hohen Fels⸗ und Schneegipfeln der Glarner Alpen umschlossenes Hochthal, in der untern von Engi abwärts eine tief eingeschnittene waldige Schlucht. Die Haupterwerbsquellen der etwa 3000 meist reform. Einwohner sind die Alpenwirtschaft, die Baumwollindustrie und die Ausbeutung der Schieferbrüche oder Plattenberge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6