FeedSesämum J. (Sesam)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Sesämum J. (Sesam), Pflanzengattung aus der Familie der Bignoniaceen, umfaßt gegen 10 Arten, die größtenteils im tropischen und südl. Afrika einheimisch vorkommen. Es sind krautartige Gewächse mit meist alternierenden ungeteilten Blättern und ansehnlichen weiß oder rötlich gefärbten unregelmäßigen Blüten, die aus einem kleinen fünfteiligen Kelch, einer glockenförmigen undeutlich zweilippigen Blumenkrone, vier didynamischen Staubgefäßen und einem zweifächerigen Fruchtknoten bestehen. Die Frucht ist eine länglche zweifächerige Kapsel und enthält zahlreiche Samen. Die bekanntesten Arten sind der orient. und ind. Sesam, Sesamum orientale L. und Sesamum indicum L. (wohl nur Varietäten einer Art); als ihre Heimat wird gewöhnlich Ostindien angegeben, doch sind sie wahrscheinlich schon vor langer Zeit aus Afrika dorthin gebracht worden und haben jetzt als Kulturpflanze eine ausgedehnte Verbreitung fast in allen wärmern Ländern. Schon im Altertum wurden sie im südl. China, im Orient und in Agypten wegen ihrer reichlich Ol enthaltenden Samen angebaut. Aus denselben wird das sog. Sesamöl gewonnen, welches zur Bereitung von Speisen, sowie in der Heilkunde eine ausgedehnte Verwendung findet. Die nach dem Auspressen des Ols übrigbleibenden Teile heißen Sesamkuchen und geben ein gutes Viehfutter. Geringere Sorten des Sesamöls werden als Brennöl benutzt und dienen besonders zur Speisung der sog. ewigen Lampen im griech.⸗kath. Ritus. Der beim Verhrennen des Ols gewonnene Ruß soll in China zur Herstellung der chines. Tusche verwandt werden. (Vgl. Tafel: Ol⸗ und Fettpflanzen, Fig. 3.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 732Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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