Severus (Lucius Septimius), röm. Kaiser 193 —211 n. Chr., aus einer angesehenen röm. Ritterfamilie zu Groß-Leptis in Afrika, geb. 11. April 146 n. Chr., hatte ursprünglich Jurisprudenz studiert und wurde nach Bekleidung vieler anderer Amter endlich unter Commodus Legat von Ober-Pannonien, wo ihn die Legionen nach des Kaisers Pertinar Ermordung (Ende März 193) zum Kaiser ausriefen. Er marschierte sofort nach Rom, wo der Senat den Usurpator Didius Julianus hinrichten ließ (1. Juni 193) und den S. anerkannte. Nachdem S. die Prätorianer wegen ihres Frevels an Pertinax aufgelöst (um später aus der Elite der Legionen eine neue Garde zu bilden), brach er gegen Pescennius Niger, den inzwischen im Orient die Legionen zum Kaiser erhoben laßt be auf und schlug ihn in drei Schlachten, zuetzt bei Issos in Cilicien 194. Im J. 196 wendete er sich gegen den von den brit. Legionen erhobenen Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. Clodius Albinus, den er bis dahin durch den Cäsartitel beschwichtigt hatte. Die Schlacht bei Trinurtium (Trevoux bei Lyon) 18. Febr. 197 endete nach hartem Kampfe glücklich für S. Clodius tötete sich selbst, seine Anhänger wurden auf das grausamste verfolgt. Nach längerm Aufenthalt im Orient, wo S. die Parther gründlich demütigte, Mesopotamien und 198 selbst Ktesiphon eroberte, kehrte er 202 nach Rom zurück. Hier ordnete er die Rechtspflege und die Verwaltung und bewies sich dabei streng, einsichtig und sparsam, aber häufig auch leidenschaftlich und hart. Nur gegen seine früh verderbten Söhne (von seiner zweiten Gemahlin Julia Domna) Caracalla und Geta, und gegen seinen Günstling, den Gardepräfekten Plautianus, war er allzu nachsichtig, und gegen die Soldaten, bei denen er überhaupt die Disciplin verdarb, zu freigebig. Nachdem Caracalla (203 oder 204) den Plautianus hatte töten lassen, erhob S. den berühmten Papinianus an des letztern Stelle, der nun mit zwei andern großen Rechtsgelehrten, Ulpianus und Paulus, seinen Beisitzern, die Leitung der Rechtspflege und bedeutenden Einfluß auf die Staatsgeschäfte ausübte. S. selbst ging 208 nach Britannien, um 209 die Caledonier zu züchtigen und 210 die Landenge zwischen Edinburgh und Glasgow stark zu verschanzen; er starb im Febr. 211 zu Eboracum (York). Vgl. Höfner, «Untersuchungen zur Geschichte des Kaisers Lucius Septimius S. und seiner Dynastie v(Bd. 1, Gießen 1875); Ceuleneer, Essai sur la vie et le règne de Septime Sévère5 (Gent 1869); Fuchs, «Geschichte des Kaisers L. Septimius Severuso» (Wien 1884).