Sevéêrus (Sulpicius), christl. Geschichtschreiber aus Aquitanien, geb. um 365 n. Chr., gest. um 425, erwarb sich erst als Anwalt vor Gericht großen Ruf, zog sich aber später in ein Kloster zu Elusa zurück und lebte nur den Wissenschaften. Unter seinen histor. Schriften (neben Dialogen und Briefen) ist die bedeutendste die Historia sacra in zwei Büchern, worin er mit geschichtlichem Sinne und in schlichter, aber gebildeter und den klassischen Historikern nachstrebender Darstellung (daher man ihn auch den christl. Sallustius nannte) aus den besten Quellen einen Abriß der Welt- und Kirchengeschichte von Erschaffung der Welt bis zum J. 403 gibt. Auch schrieb S. eine legendarische Biographie des heil. Martin von Tours. Die besten Ausgaben sämtlicher Schriften besorgten Vorstius (Berl. 1668), Hieronymus de Prato (2 Bde., Verona 1741—54 und Halm (Wien 1866). Vgl. auch J. Bernays, «über die Chronik des Sulpicius S.» (Berl. 1861).