FeedSheljabow (Andrei Jwanowitsch)
GeschichteBrockhaus 1882

Sheljabow (Andrei Jwanowitsch), russ. Revolutionär, geb. 1850 in der Krim als Sohn eines leibeigenen Bauern, besuchte auf Verwendung des Gutsherrn die Schule zu Kertsch, dann die Universität Odessa, wo er die Rechte studierte, aber im dritten Kursus infolge der Leitung von Studentenunruhen ausgeschlossen wurde. Er trat nun in Beziehungen zu geheimen Gesellschaften, und wirkte eifrig für die Vorbereitung der sozialen Revolution. Im J. 1877 ward er verhaftet und im Prozeß der 193 als Angeklagter nach Petersburg gebracht, aber nach siebenmonatlicher Haft freigesprochen. schloß sich nun noch enger der Bewegung an, wirkte 1879 auf den Parteikongressen in Lipez und Woronesch im Sinne eines entschiedenen Terrorismus und machte Agitationsreisen an die südruss. Universitäten. Im Herbst desselben Jahres legte er als besoldeter Agent des Exekutivkomitees die Mine bei Alexandrowsk, welche den kaiserl. Eisenbahnzug bei der Rückkehr aus Livadia nach Petersburg in die Luft sprengen sollte, aber im entscheidenden Moment nicht explodierte; der Schauplatz der Thätigkeit S.s ward darauf Petersburg selbst; er leitete die von Chalturin ausgeführte Explosion im Winterpalast (5. Febr. 1880) und half demselben bei der Flucht. Ferner gab er eine Arbeiterzeitung heraus, organisierte Sektionen zur Agitation unter den Arbeitern, zur Ausführung der Beschlüsse des Exekutivkomitees u. a. und bereitete das Attentat vom 13. (1.) März 1881, dem der Kaiser Alexander II. zum Opfer fiel, vor. Doch ward er zwei Tage vor der Ausführung desselben verhaftet und 15. April mit den Kaisermördern durch den Strang hingerichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 759Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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