Siekenmaschine, s. unter Blechbearbeitungsmaschinen, Bd. III, S. 152. Siel (holländ. Zy). Um niedriger als die Flut⸗, beziehungsweise Hochwasserstände gelegene Meeres- oder Flußufer vor Überschwemmungen zu schützen, werden in Holland und an der deutschen Nordseeküste längs der Ufer Dämme, sog. Deiche (s. d.) erbaut, welche das Austreten des Hochwassers verhindern. S. nun sind quer durch solche Deiche ziehende, verschließbare Kanäle, über welche sich der Damm, resp. die Dammkrone ununterbrochen erstreckt, während bei den analogen Zwecken dienenden Dammschleusen der Damm in seiner ganzen Höhe durch das Bauwerk unterbrochen wird. Die S. werden entweder aus Holz (Holzsiele) errichtet oder in Mauerwerk durchgeführt (Steinsiele). Die Verschlußvorrichtung ist entweder eine Klappe, welche, ventilartig wirkend, vom Hochwasser angedrückt wird und hierdurch die Offnung selbstthätig verschließt, während unter normalen Verhältnissen der Druck des Binnenwassers sie offen erhält Klappensiel), oder sie besteht aus aufziehbaren Schützen (Schützensieh, oder es sind wohl auch ähnlich wie bei den Schiffährtsschleusen gebildete Thore (Thorsiel) vorhanden. Mitunter ermöglichen die S. auch die Bewässerung der hinter den Deichen liegenden Landschaften. Dasjenige Land, welches durch ein S. be⸗ oder entwässert wird und dessen Besitzer S. und Deiche erhalten müssen, wird dann Sielacht genannt. In einem andern Sinne versteht man unter S. wohl auch Kloaken (s. d.).