Siemiradzki (Henryk), poln. Historienmaler, geb. 15. Nov. 1843 in Charkow als Sohn des Generals Hippolyt S., der einer altpoln. Adelsfamilie entstammte. Er studierte an der dortigen Universität die Naturwissenschaften, trat aber dann in die Akademie der Künste in Petersburg ein. Von 1870 machte S. Studienreisen in Frankreich und Deutschland, wo er namentlich bei Piloty in München arbeitete, ging dann nach Italien und ließ sich zuletzt in Rom nieder. Sein erstes Gemälde, die röm. Orgien, erschien 1867, darauf folgten Alexanders Vertrauen zu seinem Arzt Philippus (1870), Christus und die Sünderin (1871) und andere. Am meisten Aufsehen machten seine in Rom gemalten Fackeln des Nero (1876), ein figurenreiches Bild der Christenverfolgungen, das sich aber mehr durch technische Meisterschaft als durch Tiefe der Auffassung auszeichnet.