Sigismund I. (Zygmunt), König von Polen, geb. 1. Jan. 1467, war der jüngste Sohn des Königs Kasimir IV. (s. d.). Nachdem er bereits 1499 die Herzogtümer Glogau und Oppeln erhalten hatte und kurz vorher von den Litauern zum Großherzog erwählt worden war, folgte er 1506 seinem Bruder Alexander auf dem poln. Throne und wurde 1507 zu Krakau gekrönt. Seine friedlichen Bestrebungen wurden durch Kriege mit den Russen vereitelt, die unter Führung Glinskis in Litauen einfielen, 2 1514 bei Orsza besiegt wurden, doch Smolensk eroberten. Auch störten Einfälle der Tataren und des Hospodars der Walachei, Bogdan, die Ruhe Polens. Mit S.s Zustimmung wurde nun sein Schwestersohn, der Hochmeister Albrecht, Herzog von Preußen. Dagegen erhielt Polen durch Masovien einen neuen Zuwachs. Die Reformation verbreitete sich bei der Toleranz S.s bald auch in Polen, und insbesondere fielen ihr fast das ganze poln. Preußen und Großpolen zu. Ihre Einfüh rung erregte in Danzig aufrührerische Bewegungen, die aber 1526 durch S.s Anwesenheit Hennhwurden. Nach dem Tode seiner trefflichen Gema lin Barbara Zapolia, einer Tochter des Wojwoden von Siebenbürgen, vermählte sich S. 1516 mit Bona Sforza von Mailand, der Tochter der Johanna Galeazzo. Hierdurch kam viel Unheil über Polen, da die verderbte und geldgierige Italienerin Einfluß auf die Regierungsgeschäfte zu gewinnen verstand. S. starb 1. April 1548 zu Krakau. Er war ein weiser, gütiger Fürst, die Mängel des Staats durchschauend und ihre Beseitigung erstrebend, ein Freund und Beförderer der Wissenschaft.