Sigismund III., König von Polen und Schweden, geb. 20. Juni 1566, einziger Sohn des Königs Johann III. von Schweden und der poln. Prinzessin Katharina, einer Schwester Sigismund II. Augusts. Da sich ihm nach dem Erlöschen der Jagellonen in Polen die Aussicht auf den poln. Thron eröffnete, ließ ihn der Vater in der kath. Religion erziehen und in der poln. Sprache unterrichten. Nach dem Tode Stephan Bäthoris gelang es auch den Bemühungen — Zamoyskis, daß S. 1587 zum König von Polen proklamiert wurde. Er gelangte glücklich nach Krakau, das Zamoyski gegen den von einer Gegenpartei erwählten Erzherzog Maximilian von OÖsterreich behauptet hatte, und wurde hier gekrönt. S.s Herrschaft wurde jedoch erst begründet, als Zamoyski den Erzherzog gefangen nahm und ihn der Krone zu entsagen zwang. S.s Hauptzweck war die Verbreitung des Katholizismus in Polen, und nur wenigen Magnaten stand der Zutritt zu dem von fremden Jesuiten umgebenen S. offen. Als 1592 Johann III. starb, reiste S. nach Schweden, um von dem ererbten Reiche Besitz zu nehmen. Er wurde 1594 gekrönt, mußte aber das Reich bei seiner Rückkehr nach Polen unter der Regentschaft seines nach der Krone strebenden Aulnae Karls IX., zurücklassen. Seinen geringen An hang verscherzte er völlig, als er 1598 mit einem poln. Heere in Schweden einfiel und bei Stegeborg . wurde; daher wurde 1604 Karl IX. nach S.s Entthronung auf dem Reichstage zu Norköping zum König Schwedens ausgerufen. Da S. seine Rechte nicht aufgeben wollte, so ward Polen in die unglücklichen 60jährigen Kämpfe mit den Schweden verwickelt, welche mit abwechselndem Glück in Livland geführt, nach Karls Tode aber von Gustav Adolf mit solcher Kraft fort15 etzt wurden, daß Livland und Teile von Preußen is Thorn in die Hände der Schweden gerieten. Erst als Gustav Adolf den Protestanten in Deutschland zu Hilfe eilen wollte, schloß er 1629 mit S. Frieden und gab ihm einen Teil von Livland und einige Städte Preußens zurück. In Polen selbst erregte gegen S. der Wojwode Zebrzydowsti einen Aufstand, der nur mit Mühe unterdrückt wurde; dann ward S. mit Rußland in einen Krieg verwickelt, als er den ersten Pseudo-Demetrius, der Rußland zum Katholizismus hinüberzuführen versprochen hatte, mit einem Heere unterstützte. Die Versuche S.s, die der griech. Kirche ergebenen Kosaken zur Union mit der römischen zu bewegen, veranlaßten Polens lange Kriege mit den Kosaken. Außerdem ziehen sich Kriege mit den Tataren, den Hospodaren der Walachei und den Türken durch S.s Regierung. Als S. dem Kaiser Ferdinand II. Hilfstruppen gegen die Türkei gesendet hatte, fiel Sultan Osman mit einem großen Heere in Polen ein. Doch gelang es S. nach dem Siege von Chodkjewicz bei Chocim 1621, einen Frieden abzuschließen. S. starb 30. April 1632 zu Warschau, wohin er aus Krakau seine Residenz verlegt hatte. Vgl. Niemcewicz, «Drieje Zygmunta III. v (3 Bde., Warsch. 1819 u. Bresl. 1836).