Sigmaringen, Hauptstadt der Lande Hobenzollern des Königreichs Preußen und des Oberamtsbezirks S. (441,754km mit 1885] 21219 E.), frühere Residenz und Hauptstadt des Fürstentums Sigmaringen und Hauptort der Grafschaft Sigmaringen oder des Oberlandes, jetzt der Aufenthalt des Fürsten Leopold von Hohenzollern, Sitz der preuß. Landesregierung, des hohenzollernschen Kommunallandtags, des hohenzollernschen Landesbauamts, eines Amtsgerichts und eines Oberamts, liegt in 568 m Seehöhe an der Donau, ist durch die Eisenbahn nach Krauchenwies mit der Badischen, nach Tübingen einerseits und Ulm andererseits mit der Württembergischen Staatsbahn verbunden und zählt (1885) 4068 meist katholische E. Außer der sehenswerten kath. Kirche hat die Stadt vielestattliche Gebäude, wie das Ständehaus, das Regierungsgebäude, den Prinzenbau, die vom Fürsten Karl (gest. 1853) aufgeführt sind, ferner das neue Schulhaus, die evang. Kirche, den fürstl. Marstall, sowie die Gebäulichkeiten der ausgedehnten fürstl. Verwaltung. Auf einem an der Donau steil aufsteigenden Felsen erhebt sich malerisch das ansehnliche Schloß mit reichen, sehr interessanten Sammlungen von Gemälden, Skulpturen, Waffen und deutschen Altertümern und einer großen Bibliothek. Vgl. Lindenschmidt, Die vaterländischen Altertümer der fürstl. hohenzollernschen Sammlungen in S.»(Mainz 1860). In dem dicht bei der Stadt gelegenen ehemaligen Nonnenkloster Hedingen befindet sich das 1818 vom Fürsten Anton Aloys gegründete Gymnasium, in der dazugehörigen Kirche die Fürstenruft. Auch ist S. die Centralstelle des Vereins zur eförderung der Landwirtschaft und Gewerbe in Hohenzollern, besitzt ein Landeshospital, ein Irrenhaus, ein Waisenhaus, ein fürstl. Hoftheater, eine Ackerbauschule, zwei höhere Töchterschulen und eine Frauenarbeitsschule. Auf dem Karlsplatz steht das Denkmal des 1853 verstorbenen Fürsten Karl, auf dem Marktplatz das des Eiuotz Johann, sowie in unmittelbarer Nähe der Stadt ein großes Denkmal für die in den Feldzügen 1866 und 1870/71 gefallenen hohenzollernschen Krieger. Ganz in der Nähe liegt das Jagdschloß Josephslust in einem sehr großen, an Edelwild reichen Tiergarten. Das 5 km im OSO. an der Mündung der Lauchert in die Donau gelegene Pfarrdorf Ranofrahocd däsdat hat (1885) 897 CE. und eine Holzstofffabrik, das Tha der Lauchert verschiedene Eisenhütten, Blechwalzwerke, sowie andere industrielle Etablissements. Vgl. Wörl, Führer durch S.v (Würzb. 1886).