Silo (span.) oder Kornkeller nennt man eine Grube in trockenem Erdreich zum Aufbewahren des Getreides, in neuerer Zeit auch zum Einsäuern (ensilage) grüner Futtermittel. Die S. kamen schon im Altertum vor und sind sehr gewöhnlich im Orient und im nördl. Afrika, finden sich aber auch in Italien, Spanien, dem südl. Frankreich, in Ungarn und anderwärts. Sie werden meist in elliptischer, unten etwas zugespitzter Form ungefähr 3 — 4 m tief, am vorteilhaftesten auf erhöhten, einer Überschwemmung nicht ausgesetzten Plätzen, in nicht feuchtem Lehm- oder Lößboden angelegt. Zuweilen wird 0,66 bis 1,56 m über dem Grunde ein Mauergewölbe aufgeführt, durch welches die Einschüttungsröhre mündet. Ihre Anlegung und Unterhaltung ist wohlfeil. Sie schützen das Getreide gegen Mäusefraß und Kornwürmer und erhalten es viele Jahre lang frisch und gesund. Die der Einsäuerung dienenden S. haben die Form eines Oblongums und sind entweder gemauert oder direkt im Erdboden angebracht. Möglichste Undurchlässigkeit ist Bedingung für das Gelingen der Ensilage. „In neuerer Zeit bezeichnet man mit Silo auch diejenigen Anlagen, bei welchen zur Aufbewahrung des Getreides kasten-oder eylinderförmige Behälter aus Holz, Mauerwerk oder Eisenblech dienen. Manche derselben sind mit mechan. Einrichtungen zur automatischen Bewegung des Getreides unter beständigem Luftzutritt versehen und in großen Dimensionen ausgeführt. Das Getreide wird hier durch Elevatoren gehoben und durch Transportschrauben und Fallrohre den einzelnen S. zugeführt. (S. unter Mehlfabrikation.) im alten Jerusalem (s. d.) Name eines oder mehrerer Teiche eines Thales, und ursprünglich einer aus dem Tempelberge intermittiereud hervorströmenden Quelle, die auch Gihon, d. i.Sprudelo, hieß. Das dem heil. Tempelberge euch Gecgend entströmende Siloahwasser wurde vie fach Gegenstand frommer Verehrung. Schon im Alten Testament (Jes. 8, 6; Psalm 46) wird der Gott Jahve als der Fels Israels und der Born lebendigen Wassers unter dem Bilde S. vorgestellt. Den Christen galt das Wasser S. heilig wegen Joh. 9, und die Mohammedaner sahen in demselben eine der Paradiesquellen. Seit dem 17. Jahrh. wurde der Name S. auch auf das der Siloahquelle gegenüber am Westabhange des „Berges des Ärgernisses » liegende mohammed. Dorf S. (Kefr Silwän) übertragen, welches im Mittelalter an der Stelle altjüd. Begräbnisstätten, deren Höhlen teilweise als Wohnungen benutzt wurden, entstanden ist.