Sippschaft (abgeleitet von dem altdeutschen Worte Sip, d. i. Stamm, Stammvyater) nennt man die Blutsverwandtschaft. Eine Sippe ist also der Inbegriff sämtlicher Blutsverwandten eines Stammes, im engern Sinne aber ein Glied (parentéla), d. h. die Gesamtheit aller Personen, welche mit einem Dritten gleich nahe verwandt sind. Oken führte das Wort in die Naturgeschichte ein; die einzelnen verwandten Arten (species) bilden nach ihm eine Sippe (genus), mehrere Sippen eine S. (kamilia), mehrere S. eine Zunft (tribus).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 846Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei