Sirach (eigentlich Jesus, der Sohn des Sirach), ein Jude zu Jerusalem, welcher um 200 v. Chr. gelebt zu haben scheint, veranstaltete eine Sammlung von Sittensprüchen, welche durch ihren gediegenen religiösen aheit und ihren Reichtum an vortrefflichen Weisheitsregeln eine hervorragende Stelle in der hebr. Litteratur einnimmt und zugleich ein wichtiges Denkmal für die religiöse Entwickelung des Judentums in der griech. Zeit bildet. Das hebr. Original der Sammlung ist nicht mehr vorhanden. Des Jesus Enkel übersetzte sie um 130 v. Chr. in das Griechische und begleitete sie mit einer Vorrede. Dieser Text findet sich unter den Apokryphen des Alten Testaments; den besten Kommentar darüber schrieb Fritzsche (Lpz. 1859).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 846Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei