FeedSiracusa
ErdkundeBrockhaus 1882

Siracusa, früher auch Siragosa, Stadt auf der ital. Insel Sicilien, Hauptort der gleichnamigen Provinz (3697/½2 qkm mit 1881] 340372 C.), das alte Syrakus (. d.), auf einer durch einen Damm mit dem Festlande verbundenen Insel vor der Bucht, in welche der Anapo mündet, Station der Linie S.⸗Messina der Sicilischen Eisenbahnen, mit einer Citadelle, einer bischöfl. Kathedrale, welche in einen griech. Tempel, der gewöhnlich für einen Athenetempel gehalten wird, hineingebaut ist, einem kleinen Hafen und (1881) 19389, als Gemeinde 23507 E. Von der alten Stadt auf dem Lande haben sich nur unbedeutende Trümmer, namentlich des Theaters und Amphitheaters und mehrere Wasserleitungen erhalten; von den alten Tempeln stehen nur noch drei Säulen; hingegen sind die Festungswerke der Burg Euryalos noch in erstaunich gutem Zustande erhalten; die Ausgrabungen —— in jüngster Zeit große unterirdische Gänge tallungen, Kasernen u. s. w. zu Tage gefördert, sowie u. a. den Gang, durch welchen Marcellus in die Burg eindrang. Von den großen Bauten in Achradina u. s. w. ist nichts mehr vorhanden, da Karl V. mit den Steinen dieser Paläste, Tempel u. s. w. die heutige Citadelle erbauen ließ. Bemerkenswert sind die Latomien und die Katakomben, von welchen letztern das Volk annimmt, daß sie sich bis nach Catania hinziehen. Das sog. Grab des Archimedes ist völlig unecht. Bei S. liegt Platens Grab mit Denkmal. Vortrefflich ist der syrakusanische Wein. Die Ufer eines kleinen Bachs, sonst Cyane, jetzt La Pisma genannt, der in den Anapo fällt, sind mit dem Becken der Arethusaquelle die einzige Stelle in Europa, wo jetzt die ägypt. Papyrusstaude, vom Volke la Parrucca genannt, wächst; früher waren auch Papyruspflanzungen in Palermo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 846Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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