Skopas, berühmter griech. Bildhauer, geb. auf der Insel Paros um 400 v. Chr., war wahrscheinlich ein Sohn des nicht unbedeutenden Erzbildners Aristandros. Zuerst war S. im Peloponnes thätig, wo er teils durch eine Anzahl statuarischer Werke, teils durch die Leitung des Baues des Tempels der Athena Alea in Tegea in Arladien, eines der bedeutendsten Heiligtümer der ganzen Halbins el, seinen Ruhm begründete. Etwa 380 v. Chr. siedelte er dann nach Athen über, wo er eine bedeutende Thätigkeit hauptsächlich als Bildner von Marmorstatuen jugendlicher Gottheiten entfaltete und den Stil einer jüngern attischen Bildnerschule ausprägte, welche mit anmutiger Schönheit und einer gewissen Vorliebe für das Sinnlich-Reizende die höchste Lebendigkeit und Beweglichkeit und eine große Kunst der Darstellung der äußern Erscheinungen der Seelenbewegungen, von leiser Wehmut und zartem Liebesverlangen bis zum tiefsten Schmerz und schwärmerischer Begeisterung, verbindet. Bereits in höherm Alter wurde S. mit einigen jüngern Kunstgenossen von der Artemisia, der Witwe des karischen Dynasten Mausollos, nach Halikarnaß berufen, um den plastischen Schmuck des berühmten Mausoleums (s. d.) auszuführen. S. arbeitete dabei die Skulpturen der Ostseite, fand aber auch noch Zeit, für verschiedene Städte Kleinasiens statuarische Werke, zum Teil von bedeutendem Umfang (wie z. B. eine sehr figurenreiche, berühmte Gruppe von Meergottheiten) anzufertigen. Wahrscheinlich hat er damals auch die bekannte Niobegruppe für einen kleinasiat. Apollontempel gearbeitet. Schon die alten Kunsthistoriker schwankten jedoch in Beziehung auf die Urheberschaft dieses Werks zwischen S. und Praxiteles (s. d.). Vgl. Urlichs, «S. Leben und Werkes (Greifsw. 1863).