FeedSmith (George)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Smith (George), engl. Assyriolog, geb. 1840 von armen Eltern, war zuerst Graveur; als solcher hatte er die Korrekturen assyriologischer Arbeiten zu besorgen, die ihn anzogen und für das Studium der Keilschriften begeisterten. Ohne Schulbildung, doch mit genialem Scharfsinn ausgestattet, veröffentlichte er schon 1868 mehrere kleine Aufsätze, die Rawlinsons Aufmerksamkeit auf sich Mu und ihm eine Stelle als Assistent im Britischen Museum verschafften. Dort entdeckte er unter den Inschriftenfragmenten die Epopöe des Istubar in zwölf Thontäfelchen, von denen die elfte einen babylonischen Bericht der Sintflut enthielt. Er legte eine erste Übersetzung dieses Textes 3. Dez. 1872 der Society of Biblical Archaeology vor; seine Entdeckung machte großes Aufsehen und bewog die Eigentümer des Daily Telegraphe, ihn 1873 zur Erforschung. der Ruinen nach Mesopotamien zu senden; zum zweiten mal ging er 1875 nach Mossul und Bagdad. Die brit. Regierung sandte ihn 1876 wiederum nach Assyrien; auf seiner Rückkehr starb er 19. Aug. 1876 zu Aleppo. Seine Hauptwerke sind: „Assur1875), namentlich aber sein trotz mancher unrichtigen und später verbesserten übersetzungen assyr. Inschriften bahnbrechendes Werk The Chaldaean Account of Genèsis v (Lond. 1876; deutsch von Hermann Delitzsch, Lpz. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 888Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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