Sniadecki (Joh.), namhafter poln. Astronom und Schriftsteller, geb. 29. Aug. 1756 in Znin im Posenschen, bildete sich auf der Universität in Krakau aus und wurde auf den Lehrstuhl der Mathematik an derselben berufen. Mehrmals bereiste er Deutschland, Italien, Frankreich und England und trat mit d'Alembert und Herschel in Verbindung. Im J. 1807 folgte er einem Rufe an die Universität Wilna und wurde Rektor derselben. Mit Kollontaj erwarb er sich große Verdienste um die Reorganisation der poln. Lehranstalten. Er starb in Zajzuny bei Wilna 1830. Außer vielen astron. und mathem. Abhandlungen verfaßte er eine „Sphärische Trigonometriev (deutsch von Feldt, Lpz. 1828) und eine Mathem. Geographier (3. Aufl., Warsch. 1818). In seinen philos. Schriften trat er als Kants Gegner auf. Seine Werke erschienen gesammelt (Warsch. 1837) in sieben Teilen. Sein Bruder, Andreas S., geb. 1768, gest. 1838 in Wilna, war lange Zeit Professor der Chemie an der dortigen Universität und berühmter Arzt. Unter seinen Schriften ist die Theorie der organischen Wesen» (deutsch von Naubig, Nürnb. 1821) hervorzuheben. Vgl. Libelt 4Bracia Sniadeceyv (Die Gebrüder S.v, Pos. 1866).