FeedSnellius (Willebrord)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Snellius (Willebrord), berühmter Mathematiker, geb. 1591 zu Leiden, folgte seinem Vater, Rudolf S. (geb. 8. Okt. 1546 zu Oudewater, gest. 2. März 1613 zu Leiden), als Professor der Mathematik an der dortigen Universität, starb aber schon 30. Okt. 1626. Seine glänzendste Entdeckung ist die des konstanten Verhältnisses zwischen dem Sinus des Einfallwinkels und dem des gebrochenen Winkels in der Lehre von der Brechung der Lichtstrahlen, durch welche Entdeckung er eigentlich erst den Grund zur wissenschaftlichen Bearbeitung der Optik legte. S. übersetzte außerdem das Werk des Ludolph van Ceulen aüber die Berechnung des Kreisumfangso aus dem Holländischen in das Lateinische (Leid. 1609), gab später über denselben Gegenstand ein selbständiges Buch heraus (Cyclometricusv, Leid. 1621), sammelte die Beobachtungen des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel, welche er mit jenen des Walter und Regiomontanus herausgab (Leid. 1618), und schrieb eine Art von Nautik, Tiphys Batavuso, u. s. w. Am berühmtesten ist jedoch seine Schrift Eratosthenes Batavusp (Leid. 1617), in welcher er die von ihm selbst ausgeführte Messung der Erde vorträgt. Das Verfahren, welches er dabei anwendete, findet noch gegenwärtig Anwendung. Er maß zuerst die Himmelsbogen zwischen den holländ. Städten Alkmaar, Leiden und Bergen-op-Zoom durch Beobachtungen der Polhöhen dieser Orte und bestimmte dann die Meridiandistanzen dieser drei Städte durch Hilfe eines Dreiecknetzes, wodurch er den Meridiangrad gleich 55021 Toisen fand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 894Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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