FeedSodöma
Bildende KunstBrockhaus 1882

Sodöma, mit seinem wirklichen Namen Giovanni Antonio Bazzi, einer der ausgezeichnetsten ital. Maler, wurde zu Vercelli in Piemont 1477 geboren und gehörte ursprünglich der mailänd. Schule an, lebte aber meist in Siena, wo er durch Verschmelzung des Stils Leonardo da Vincis mit dem einheimischen besondere Bedeutung erlangt hat. Agostino Chigi brachte ihn nach Rom, wo er in der Villa Chigis, in der sog. Farnesina und (kurze Zeit) auch im Vatikan im Auftrag Julius' II. arbeitete. Unter seinen Fresken in der Farnesina zeichnet sich die Hochzeit Alexanders und Roxanes durch hohen Liebreiz und treffliches Kolorit aus. Seine vorzüglichsten Werke befinden sich jedoch in Siena. Hierher gehören der gegeißelte Christus im Franziskanerkloster; der heil. Sebastian, jetzt in der Galerie in Siena: die heil. Katharina von Siena in der Verzückung in San-Domenico; die Wandgemälde der Brüderschaft des heil. Bernardino. Im Kreuzgange von Montoliveto-Maggiore im Sienesischen vollendete er den von Luca Signorelli begonnenen Freskencyklus aus dem Leben des heil. Benedikt. Er starb in Siena zu Anfang 1549. Von Vasari wurde er mit ungerechter Antipathie behandelt. Die neuern Kunsthistoriker erkennen in S. einen der bedeutendsten und anmutigsten Maler seiner Zeit, der an zarter Innigkeit und Schönheit oft Leonardo gleichsteht. Vgl. Jansen, Leben und Werke des Giov. Ant. Bazzi» (Stuttg. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 899Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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