Solfatära ist der ital., Souffrière der franz. Name für jeden Krater eines Vulkans, der nur Luftarten ausstößt. Die berühmtesten Solfataren sind in Italien, auf den Antillen, in Innerasien und auf Java. Westlich von Neapel hnden sich nahe der Küste von Puzzuoli in der den Alten unter dem Namen der Phlegräischen Felder bekannten, auch jetzt noch Campi Plegrei genannten Ebene 27 erloschene Krater. Einer derselben, der seit 655 keinen Ausbruch gehabt hat, ist die Solfatara von Puzzuoli, etwa 2—3 km von dem See Agnano und von der Hundsgrotte (s. d.), ein ungefähr 400 m langes und 300 m breites, fast überall von Hügeln der Monti Leucogei (colles leucogaei) umgebenes Becken, eine weiße, tote, an einigen Stellen warme, an andern brennendheiße Fläche mit einigen Spalten, Eumaröli genannt, aus denen fortdauernd Ammoniak⸗ und Schwefeldünste aufsteigen. Das dumpfe unterirdische Echo beweist, daß diese ganze Gegend tief unterhöhlt ist. Ohne Zweifel ist diese S. ein dem Erlöschen entgegengehender Bulkan, dessen Thätigkeit viel früher stattfand als alle bekannten Entzündungen des Vesuv. Die größte Offnung entsendet zischende Schwefeldämpfe. Der Gips, welcher sich in der S. bildet, ist für Stuckarbeiten hoch geschätzt.