Sommerkleid nennt man eine bei Säugetieren und Vögeln der gemäßigten und kältern Zone oder, in den Tropen, der höhern Gebirge mit Eintritt der wärmern Jahreszeit vor sich gehende Veränderung der Behagrung und Befiederung. Das S kann von dem Winkerkleid in zwei Punkten abweichen, nämlich, und das ist bei Säugetieren der Fall, in der Dichtigkeit des Pelzes, seltener bei Vögeln des Gefieders, und in dessen Färbung. Die meisten unserer Säugetiere, domestizierte und wilde, verlieren im Frühiahr ein gut Teil ihres Haarkleides, sie haaren sich, erhalten es aber im Herbste in merkwürdig kurzer Zeit wieder. Bei andern, namentlich mehr nördl. Formen, wie Polarfuchs, Schneehase, verschiedene Marderformen u. s. w., auch bei einigen nördl. Vögeln, z. B. Schneehuhn, Schneeammer u. s. w., ändert sich auch die Farbe von Haar und Federn, indem dieselbe von dem Winterweiß in sehr kurzer Zeit zum Sommerbraun und umgekehrt ohne Haarung und wesentliche Mauser durch Verfärbung über eht. Von dem S. muß man das bei sehr vielen Vögeln, namentlich beim männlichen Geschlecht zur Fortpflanzungszeit, die mit der wärmern Jahreszeit meist zusammenfällt, eintretende „Hochzeitstleide genau unterscheiden. Das S. dient der Erhaltung des Individuums teils in wärmeökonomischer Hinsicht, teils indem es die Tiere und ihre Umgebung (Schnee im Winter, Bodenfarbe im Sommer) in. Rücksicht der Farbe gleich erscheinen läßt, sei es bei schwachen zum Schutz gegen Feinde oder bei Raubtieren zu einer leichtern Beschleichung der Beute, das Hochzeitskleid hingegen steht als Mittel der Erhaltung der Art mit dem Fortpflanzungsgeschäft in innigstem Zusammenhange und ist erst indirekt von der Jahreszeit abhängig.