Sorby (Henry Clifton), engl. Naturforscher, geb. 10. Mai 1826 in Woodbourne bei Sheffield, wählte die Naturwissenschaften zu seinem Lebensberuf und arbeitete auf seinem Landsitze zu Broomfield bei Sheffield die wissenschaftlichen Resultate aus, welche seinen Ruf als Naturforscher begründet haben. S.s Untersuchungen gründeten sich hauptsächlich auf die Anwendung mikroskopischer Beobachtungen auf physik. Gegenstände und die Anwendung physik. Methoden auf geolog. Probleme. So erörterte er in einer Reihe von Beiträgen zu dem „Edinburgh New Phkilosophical Journalo (1856—58) diejenigen Strukturen geschichteter Gesteine, welche die Richtung und Art der Strömung anzeigen, und die Schlüsse, welche sich aus diesen Thatsachen für die Aufhellung der physischen Geographie der verschiedenen geolog. Perioden ergeben. Die Anwendung des Mikroskops auf das Studium der Steinarten setzte ihn in den Stand, die mechan. Entstehung der Schieferung festzustellen und zu beweisen, daß die mikroskopische Struktur der Mineralien in manchen Fällen ihren Ursprung aus feuerflüssig-geschmolzenen Massen, oder aus wässerigen Flüssigkeiten, oder aus beiden zusammen erkennen läßt. Aus diesen durch zahlreiche Experimente bestätigten Resultaten gewann S. das wichtige Ergebnis der direkten Wechselbeziehung der mechan. und der chem. Kräfte, das er in einer 1863 vor der Königlichen Gesellschaft in London gehaltenen Vorlesung erläuterte. S. war auch der erste, der die Spektralanalyse auf mikroskopische Untersuchungen anwandte und ein Spektroskop erfand, welches zur Entdeckung von Blutflecken und zur Untersuchung sonstiger animalischer und vegetabilischer Färbestoffe geeignet ist und bereits weite Verbreitung gefunden hat. Im J. 1875 wurde er zum Chrendoktor der Universität Orford ernannt.