Sandberger (Fridolin), verdienstvoller Mineralog und Geognost, geb. 22. Nov. 1826 zu Dillenburg in Nassau, erhielt seinen ersten Unterricht auf dem humanistischen Gymnasium zu Weilburg und besuchte später die Universitäten Bonn, Heidelberg, Gießen und Marburg, um sich für die akademische Laufbahn auszubilden. Im J. 1849 wurde ihm von der herzogl. Regierung die Leitung des naturhistor. Museums und des nassauischen Naturwissenberot 185 Vereins übertragen, die er bis zum Herbst 1854 fortführte, wo er als Professor der Mineralogie und Geologie an das Polytechnikum zu Karlsruhe übersiedelte. In dieser Stellung war er vielfach mit geolog. Aufnahmen in verschiedenen Teilen des Schwarzwaldes beschäftigt, vollendete die schon in Wiesbaden mit seinem Bruder begonnene Monographie des rhein. Schichtensystems in Nassau, und gab die inhaltreiche Monographie des mainzer Tertiärbeckens, sowie verschiedene Ab-Hernss. über die Geologie des Schwarzwaldes eraus. Im J. 1863 führte ihn ein neuer Ruf als ord. Professor der Mineralogie und der bis dahin nicht vorgetragenen Geologie an die Universität Würzburg, wo seine Studien zunächst auf die fränk. Triasgruppe und auf das weite Gebiet der fossilen Land⸗ und Süßwasserkonchylien gerichtet waren. Hierher gehört seine Arbeit: Die Land⸗ und Süßwasserkonchylien der Vorwelt⸗ (Wiesb. 1871 — 76). Seitdem beschäftigt er sich vorwiegend mit mineralog., petrograph. und chem.⸗geolog. Arbeiten, besonders mit dem Studium der Llenher ertgä und ihrer Entstehung. (Untersuchungenüber Erzgängev, eft I, 1881 Heft 1I, 1885.) Im J. 1856 Hrte die Geologische Gesellschaft zu London durch Überweisung des Jahresertrags der Wollaston-Stiftung, 1876 die Leopoldinisch-Carolinische deutsche Akademie der Naturforscher durch die Verleihung der goldenen Cothenius-Medaille S.s Leistungen.