FeedSorghum Pers.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Sorghum Pers., Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen. Man kennt nur wenige Arten, von diesen aber zahlreiche Varietäten, die in den wärmern Gegenden als wichtige Kulturpflanzen eine weite Verbreitung besitzen. Es sind einjährige oder perennierende hohe Gräser mit breiten Blättern und großen rispenartigen Blütenständen. In den Ahrenbüscheln ist immer nur ein fruchtdares, zwitterblütiges Ahrchen vorhanden und dieses sitzend, während die unfruchtbaren (männlichen) Ahrchen auf kurzen Stielchen stehen. Alle Ahrchen haben zwei ziemlich gleichgroße knorpelige Kelchspelzen, welche später bei den fruchtbaren auch die einen mehlreichen Kern enthaltende Frucht als eine harte glänzende Hülle ums chließen. Die äußere Kronenspelze der Zwitterblüten ist bei manchen Arten mit einer geknieten Granne versehen. Die beiden bekanntesten Arten sind die sog. Mohrenhirse, auch Sorgho, Durrha, Negerkorn genannt (S. vulgare Pers.) und das Durrhagras oder Chinesische Zuckerrohr (S. saccharatum Pers.). Der Ertrag der erstern ist zwar ein sehr großer, doch eignet sich dieses Getreide nur für ein wärmeres Klima, man baut daher ihre verschiedenen Arten nur in Afrika und in Asien, seltener im südl. Europa an. Hier muß die Aussaat schon im Anfang des April geschehen, und es gehört ein warmer Sommer dazu, wenn die Reife im Anfang des September erfolgen soll. In Syrien, Arabien und in ganz Afrika bilden die Samen die tägliche Nahrung der Bevölkerung; in Europa wird das Korn wie die grüne Pflanze nur als Futter verbraucht. Die reife Rispe wird nach Abdreschen der Körner zur e der sog. Reisbesen verwendet. Die zweite Art hat eine ausgebreitete, weit abstehende Rispe und süßeres Mark des Halms; sie wird besonders in China zur Zuckergewinnung, seit neue ster Zeit auch im südlichern Europa, jedoch meistens nur als ergiebiges Futter, kultiviert. In Afrika ist die Kultur der Mohrenhirse (Durrha) in zahllosen Abarten verbreitet. Ihre Körner bilden nicht bloß die gewöhnliche Brotfrucht, sondern werden auch zur Darstellung von gegorenen Getränken, den Hirsebieren Meriesa, Bilbil und Buhsa, welche stark berauschend sind, verwendet. Sorghumzucker ist Rohrzucker, welchen man aus dem Safte der Zuckerhirse (s. Sorghum) gewinnen wollte. Alle Versuche, welche im umfangreichsten Maße in Nordamerika sowohl wie in Europa ausgeführt wurden, in dieser Pflanze ein ergiebiges Rohmaterial für die Zuckerfabrikation zu finden, sind jedoch fehlgeschlagen, da sich aus dem Safte wohl ein süßer Sirup, aber kein krystallisierender Zucker technisch darstellen läßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 941Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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