Soubise, ein altes Geschlecht in Frankreich, wurde durch Cathérine de Parthenai, einzige Tochter des letzten männlichen Sprosses der Parthenai, Herren von S., welche 1557 den Vicomte Rensé II. von Rohan (s. d.) heiratete, mit Titel und Gütern der Rohans vereinigt. Aus dieser Ehe entsprangen zwei als Kriegshäupter der Hugenotten berühmte Söhne: der Herzog Henri von Rohan (s. d) und der jungere, Benjamin von Rohan, Baron von Frontenai, als Erbe seiner Mutter Herr von Soubise. Letzterer, geb. um 1583, diente unter Moritz von Oranien und focht später neben seinem größern Bruder in den religiösen Bürgerkriegen gegen den franz. Hof. Besonders zeichnete er sich aus 1621 in St.⸗Jean-d'Angely und seit 1625 in und um La-Rochelle, wo er zur See und auf dem Lande kämpfte. S. wurde zwar in den Frieden vom 29. Juni 1629 mit eingeschlossen, blieb aber in England und starb zu London kinderlos 9. Okt. 1642. Die Güter und Titel des Hauses S. gingen auf Francois von Rohan, einen seiner Seitenverwandten, über. Ein Nachkomme des letztern war Charles von Rohan, Fürst von Soubise, Pair und Marschall von Frankreich, einer der reichsten Herren des franz. Adels. Geb. 16. Juli 1715, folgte er als persönlicher Adjutant Ludwigs XV. in den Krieg 1740, wurde 1743, wo er bei Dettingen kämpfte, Marechal-de-Camp, machte die Belagerung von Menin und andern flandrischen Festungen mit, wurde vor Freiburg verwundet, kämpfte bei Fontenay, Raucou und in andern Gefechten mit Auszeichnung und avancierte 1748 zum Generallieutenant. Mit Eröffnung des Siebenjährigen Krieges erhielt er auf Verwenden seiner Freundin, der Pompadour, ein Korps von 24000 Mann, das jedoch von dem Oberfeldherrn, dem Marschall d'Estrées, abhängig sein sollte. Seine ersten Operationen waren nicht unglücklich: er eroberte Wesel, besetzte Kleve und Geldern und trieb die Preußen auf Hannover zurück, aber 1757 trennte er sich vom franz. Hauptheer und vereinigte sich mit der deutschen Reichsarmee, um die Preußen aus Sachsen zu werfen. In der Mitte des September erreichte er mit 8000 Mann Gotha, wo ihn im Schlosse der preuß. General Seydlitz mit 1500 Mann überraschte und verjagte. Am 5. Nov. erlitt er die schimpfliche Niederlage bei Roßbach (s. d.). Im J. 1758 erhielt er das Kommando über eine neue Armee, die er mit Broglie kommandierte. Die Siege bei Sondershausen und Lützelburg machten ihn zum Herrn von Hessen und brachten ihm den Marschallstab. Im V. 1759 wurde er Kriegsminister. Im Feldzuge von 1761 befehligten S. und Broglie zwei Korps am Rhein, die aber nichts ausrichteten. Auch 1762 kämpfte er unglücklich. Der Friede von 1763 machte der kriegerischen Laufbahn S.s ein Ende. Er wann nach dem Tode der Pompadour eine ebenso feste Stütze an der Dubarry, behauptete sich i Ministerium und starb 4. Juli 1787. Mit ühm