Susiana, von der Stadt Susa so genannt, auch Susis, ist der bei den Griechen gebräuchliche Name für das heutige Khuz, die südwestlichste Provinz Persiens, doch geographisch noch zum Euphrat⸗ und Tigrisgebiet gehörig. In S. begegnen sich Semiten, Arier, Turanier und Cheniten, daher das Land außer den einheimischen Namen Susunga, Kus Wüme Kissia, und der Name der Kossäer, s. d.), ime (das bibl. Land Nimrod) noch den arischen Namen Uvaza (autochthon, daher das neupers. Khuz), den semit. Elam (woher Elymais) und den turanisch-medischen Halparti oder Apparti führte. Gegen Osten war S. von Medien und Persien durch die Berge Charbanus und Cambalidus geschieden, welche sich nach Persien zu nur durch den Engpaß des susischen oder persischen Thores öffneten: hier hausten die wilden Kossäer, die Amarder und Uxier, in den Distrikten Kanbandene und Chaltapitis; südwestlich von diesen wohnten die Messabaten. Die Gegend von Susa war durchströmt vom Euläus, der den Coprates aufgenommen hatte, und dem Choaspes, an dem Susa lag. Südlich von dieser Stadt breitete sich das eigentliche Elymais und das Gefilde von Deera aus; dieses durchfloß der Hedyphon. Längs der Küste dehnte sich die Landschaft schr beß aus. Das Klima an der Küste ward als sehr heiß, das der höhern Teile als fruchtbar geschildert; Getreide, Reis und Wein gedeihen dort: das der höhern Gebirge, bei den heutigen Bathtiaris, wird schon in den Keilschriften als kalt geschildert. Von diesem Gebirge ergoß sich direkt in den Persischen Meerbusen der Oroatis oder Arosis; die Amarder, Kossäer und Uxier werden als Räubervölker, die Bewohner der Ebene dagegen als mild eschildert, die namentlich dem Ackerbau und der Viehzucht ergeben waren. Sehr viele Städte werden in den Keilschriften und bei den Klassilern genannt, von denen jedoch wenige nur der Lage nach bestimmt werden können. Außer Susa sind zu nennen: Badake (Madakta), Nadita, Bit-bunaki, Hardapana, Urdalika (das Arderikia Herodots), Bube, Tel-Humba, Haltemas (vielleicht zu Chaltapitis des Ptolemäus gehörig), Taraga (vielleicht Tariana): bei den spätern Griechen finden sich Aginis, Aracca (vielleicht das keilschriftliche Algariga), Sele, Palinza, Azara, Urzan und Seleucia am Hedyphon. S. war von alters her von einheimischen Königen regiert, die den turanischen Medern stammverwandt waren und deren zahlreiche Inschriften eine dem Medischen nahe verwandte Sprache kundgeben. Schon 2283 v. Chr. eroberten die Susianer Babylon und blieben unabhängig bis unter Cyrus, obgleich sie häufig von den assyr. Königen bekriegt wurden. Die Perser machten die Hauptstadt Susa zur Residenz. Nachher kam S. unter die Herrschaft der Seleuciden, der Parther und war teilweise den Fürsten von Characene in den ersten Jahrhunderten n. Chr. unterthan, bis es unter die Arsaciden und Sassaniden kam, von wo ab der Name aus der Geschichte verschwindet.