Spießbürger nannte man im Mittelalter die in der eigentlichen Stadt wohnenden Bürger, im Gegensatze zu den in der Vorstadt wohnenden Pfahlbürgern (s. d.), dann auch ärmere Bürger, welche, nur mit Spießen bewaffnet, als Fußsoldaten Kriegsdienste leisteten, jetzt aber in geringschätzigem Sinne geringe Bürger, namentlich solche „die noch alten Gewohnheiten anhängen, an engherzigen und beschränkten Ansichten u. dgl. festhalten.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 80Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei