Spolien (spolia) hießen bei den Römern die Waffen und die Rüstung, die der Soldat dem erschlagenen Feinde im Einzelkampf abnahm oder aus der gemeinsamen Beute von dem Feldherrn zugesprochen erhielt, und die er dann entweder in dem Tempel eines Gottes, dem er sie weihte, oder als ein wertes Zeugnis seiner Tapferkeit im eigenen Hause aufhing. Besonders berühmt sind die 8POlia opima, die Rüstung des getöteten feindlichen Feldherrn, und zwar zunächst die vom röm. Feldherrn selbst erbeutete. Doch unterschied ein dem Numa beigelegtes altes Gesetz unter denselben drei Klassen; die herrlichsten spolia opima waren die der ersten Klasse, die in dem kleinen Tempel aufgehängt wurden, den Romulus auf dem Kapitol zu dieser Bestimmung dem Jupiter Feretrius erbaut haben sollte, nachdem er Acron, den König der Cäninenser, getötet hatte. Nur noch zwei Römern glückte es nach ihm, solche S. zu weihen, dem Aulus Cornelius Cossus, als er 437 den Vejenterkoönig Tolumnius, und dem Marcus Claudius Marcellus, als er 222 den König der gallischen Insubrer, Viridomar, bei Clastidium getötet hatte. Die der zweiten Klasse waren dann die, welche ein Offüzier, die der dritten solche, welche ein gemeiner Soldat dem feindlichen Feldherrn abgenommen hatte.