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HeilkundeBrockhaus 1882

Stärkende Mittel oder Tonische Mittel Goborantia, Tonica) nennt man in der Heilkunde diejenigen Heilmittel, deren Gebrauch einen Kranken zu größern und ausdauernden Anstrengungen, sowie zu größerm Widerstande gegen die Krankheit befähigt. In diesem Sinne sind eine gute, den verloren gehenden Körperstoff ersetzende Nahrung, Genuß reiner Luft, naturgemäßes Leben überhaupt die wahren Stärkungsmittel. Neben diesen diätetischen Mitteln werden aber in Krankheiten noch eine Reihe pharmaceutischer Stärkungsmittel verordnet, welche entweder dem Blute und den Geweben gewisse, zu ihrer normalen Funktionierung unerläßliche Substanzen zuführen (Eisen, gewisse Salze und Mineralsäuren), oder die Magen⸗ und Darmverdauung heben (China, Enzian, Quassia und andere Bittermittel), oder als eigentliche Reizmittel das Nervensystem für eine kurze Zeit vorübergehend zu erhöhter Thätigkeit anspornen sollen (Wein, Alkohol, Ather, Kampfer, Cocain u. a.). Außerdem finden auch einige dynamisch wirkende Mittel, namentlich Kälte, Massage (s. d.) und Elektricität (s. Elektrotherapie) gegen Schwächezustände und Erkrankungen des Muskel⸗ und Nervensystems vielfache Anwendung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 160Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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