Stärke kann alsdann im Entwässerungsapparat in Blockform gebracht werden, wobei das oben für Weizenstärke angegebene Verfahren benutzt wird. Bei der hauptsächlich in Amerika und Osterreich-Ungarn betriebenen Maisstärkefabrikation sind gleichfalls chemische Agentien zur Aufschließung der Körner notwendig. Die großen und sehr festen Maiskörner müssen verschiedene Arbeitsphasen durchmachen, ehe sie genügend zerkleinert sind, wobei auf die Trennung der Hülsen und Keime von Maisschrot besondere Rücksicht genommen wird. Die erste Zerkleinerung des Mais erfolgt zwischen geriffelten Walzen oder in einer speziell zu diesem Zweck konstruierten Schrotmühle. Das beim ersten Zerkleinern erhaltene Maisschrot wird einer längern Maceration unterworfen, ehe die definitive Zerkleinerung stattfindet. Das eingeweichte Schrot wird naß zwischen Mühlsteinen oder in Uhlands Maismühle zu einem sehr feinen Brei zerrieben, aus welchem dann die Stärke ausgewaschen wird, worauf man dieselbe durch wiederholtes Sieben und Niederschlagen auf der Absetzrinne raffiniert. Die weitere Behandlung, die Entwässerung u. s. w. der Maisstärke stimmt mit derjenigen der Reis⸗ und Weizenstärke überein. „Von großer Wichtigkeit in ökonomischer Hinsicht ist die Verarbeitung, resp. Verwertung der bei der Stärkefabrikation sich ergebenden Nebenprodukte und Rückstände. Der bei der Fabrikation der Weizenstärke erhaltene Kleber wird, nachdem er in der Kleberwaschmaschine (Fig. 20 u. 21) von Hülsen und Keimen befreit und gehörig ausgewaschen ist, in Gärung versetzt und später in dünnen Schichten auf Bleche aufgestrichen und getrocknet; das Produkt dient als sog. Schusterpappe zum Kleben von Lederzeug. Die bei der Stärkefabrikation erhaltenen Rückstände werden sehr oft ohne weiteres als Viehfutter verwendet. Bei der ausgedehntern Mais- und Reisstärkefabrilation werden die Rückstände meist in Filterpressen (Fig. 26 u. 27) entwässert und in Kuchenform getrocknet, um aufbewahrt und transportiert werden zu können. Sehr oft werden diese getrockneten Rückstände gemahlen und als Futtermehl in den Handel gebracht. Außer den festen Rückständen, welche bei der Darstellung des S. restieren, sind die Abwässer mit ihrem wertvollen Gehalt an Salzen und gelösten Eiweißstoffen teils als Düng⸗, teils als Futtermittel zu verwenden, zu welchem Zweck sie gewöhnlich gefällt und komprimiert werden. Man benutzt das S. als Nahrungsmittel, namentlich bei der Bereitung mancher feinen Mehlspeisen, sowie den Kleber zur Herstellung von Nudeln und Maccaroni. Im Getreide und in den Kartoffeln ist das S. das Rohmaterial für die Spiritusbrennerei. Außerdem dient es zum Steifen der Wäsche, zum Leimen des Papiers, in der Leinen⸗ und Baumwollindustrie zur Bereitung von Appreturmasse und Schlichte, ferner zum Verdicken der Farben in der Zeugdruckerei, zu Buchbinderkleister (Weizenstärke), zur Darstellung von Dextrin (. d.), Stärkezucker und Stärkesirup (s. Traubenzucker), sowie von künstlichem Sago.